Dienstag, 03. Mai 2016

Kritik an Brüsseler Flughafen: 4 Stunden Wartezeit

Die Wiedereröffnung des Brüsseler Flughafens Zaventem nach den Terroranschlägen vom 22. März hat Montag und Dienstag zu teils chaotischen Zuständen für die Reisenden geführt.

Lang waren am Wochenbeginn die Warteschlagen am Brüsseler Flughafen: bis zu 4 Stunden mussten die Passagiere warten.
Lang waren am Wochenbeginn die Warteschlagen am Brüsseler Flughafen: bis zu 4 Stunden mussten die Passagiere warten. - Foto: © APA/AFP

Die Wartezeiten betrugen wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen bis zu vier Stunden, viele versäumten ihren Flieger. Der Präsident des Flughafens, Marc Descheemaecker, warnte, dass „wir uns selber ins Knie schießen“.

"Machen uns gegenüber Ausland lächerlich"

Descheemaecker erklärte auf Facebook laut „Le Soir“, dass die mehrere Stationen durchlaufenden Sicherheitsvorkehrungen schon außerhalb des Flughafengebäudes eine „Farce“ seien. „Damit machen wir uns gegenüber dem Ausland lächerlich.“

Gleich am gestrigen Montag hatte es riesige Warteschlangen von Reisenden vor ihrem Abflug gegeben. Einer der Leidtragenden, die ihre Maschine deswegen verpassten, war der frühere belgische Premier Yves Leterme.

4 Stunden Wartezeit am Dienstag

Am Dienstag berichteten Passagiere laut „Le Soir“ von weiterhin chaotischen Zuständen mit bis zu vier Stunden Wartezeit. Die Direktorin der belgischen Nationalbank, Marcia De Wachter, hatte auf Twitter sogar zum Boykott des Brüsseler Flughafens aufgerufen. „Alle nach Amsterdam“, hatte sie geschrieben.

Die EU-Kommission zeigte sich am Dienstag in Brüssel zurückhaltend. Es gebe für Kommissare und Beamte keine Spezialbehandlung, erklärte ein Sprecher. Mehrmals wurde darauf verwiesen, dass die einzige Anweisung an die Beamten jene sei, mehr und genügend Zeit für den Aufenthalt vor der Abreise am Flughafen einzuplanen.

Höhere Sicherheitsvorkehrungen an allen Flughäfen Europas

Die Lage sei nach den Terroranschlägen auf allen 800 Flughäfen Europas ähnlich und überall seien die Sicherheitsvorkehrungen auf eine höhere Stufe gestellt worden. Aber natürlich würden die Flughäfen auch schwierige Phasen durchlaufen.

Am 22. März hatten sich zwei Attentäter in der Abflughalle des internationalen Flughafens Zaventem in die Luft gesprengt. Dort und am U-Bahnhof Maelbeek wurden insgesamt 32 Menschen getötet. Die Halle wurde schwer beschädigt. Knapp zwei Wochen später starteten am Flughafen wieder erste Passagierflugzeuge.

apa

stol