Den Anlegern wurde versprochen, mit speziellen Computern Geld zu verdienen, indem sie diese für die Erzeugung neuer Bitcoin und die Verarbeitung von Transaktionen im digitalen Währungsnetzwerk einsetzen. Die dafür angebotenen Geräte kosteten zwischen 4.000 und 30.000 Euro. Laut Ermittlern handelte es sich jedoch um Computer, die nicht leistungsfähig genug waren, um die versprochenen Erträge zu erwirtschaften. Auch die Plattformen, auf denen die vermeintlichen Gewinne angezeigt wurden, sollen irreführend gewesen sein.<BR /><BR />Die Ermittlungen wurden im April 2024 aufgenommen. Das System soll unter anderem durch Veranstaltungen in Trentiner Hotels, Werbung in sozialen Netzwerken und die Kontakte eines örtlichen Finanzberaters verbreitet worden sein. Wenn Kunden wegen der ausbleibenden Gewinne nachfragten, erhielten sie laut Ermittlern kleine Beträge von wenigen Dutzend Euro. Als Erklärung seien technische Probleme oder Veränderungen innerhalb der Unternehmen angeführt worden.<BR /><BR />Das Geld soll über zwei britische Gesellschaften und ausländische Bankkonten, vor allem in Belgien, geflossen sein. Zu den mutmaßlichen Hauptakteuren zählt auch ein in der Schweiz lebender Mann aus der Lombardei, der bereits wegen Wirtschafts- und Finanzdelikten aufgefallen sein soll und Verbindungen zu Kreisen mit Bezug zur 'Ndrangheta gehabt haben soll.<BR /><BR />Die von der Staatsanwaltschaft Trient koordinierte Operation erfolgte mit Unterstützung von Eurojust. Durchsuchungen und Beschlagnahmungen wurden in Trentino-Südtirol, der Lombardei, Venetien und Belgien durchgeführt. Die bisher beschlagnahmten Vermögenswerte beziehen sich auf die eingegangenen Anzeigen. Der tatsächliche Schaden könnte noch deutlich höher sein und weitere Regionen betreffen.<BR /><BR />Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.