Bei der Operation mit dem Namen „Mercurio Mining“ durchsuchten die Ermittler zahlreiche Objekte in den Regionen Trentino-Südtirol, Venetien und Lombardei sowie im Ausland, darunter in Belgien. Beteiligt waren unter anderem die Spezialeinheiten der Finanzpolizei zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und technologischer Betrugsdelikte. Die europäische Justizbehörde Eurojust unterstützte die Ermittlungen.<h3> Untersuchung läuft seit 2024</h3>Die Untersuchung war 2024 aufgenommen worden. Die Verdächtigen, von denen sich einige als IT-Experten ausgegeben haben sollen, warben mit angeblich innovativen Investitionen, die künstliche Intelligenz und digitale Währungen miteinander kombinierten. Zu den mutmaßlichen Geschädigten gehörten Pensionisten und Unternehmer.<BR /><BR />Nach bisherigen Erkenntnissen veranstaltete die Gruppe Konferenzen in Luxushotels im Trentino, für die auch in sozialen Netzwerken geworben wurde. Dort präsentierten die Verdächtigen ein vermeintlich innovatives Projekt für den Kryptowährungsmarkt und boten technische Geräte an, die auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz basieren sollten. Die Anleger investierten demnach zwischen 4.000 und 30.000 Euro. Im Gegenzug seien ihnen unrealistisch hohe Erträge von monatlich oder jährlich 0,8 bis einem Bitcoin in Aussicht gestellt worden.<h3> KI-Geräte waren gewöhnliche Computer</h3>Den Ermittlungen zufolge handelte es sich bei den verkauften Geräten jedoch lediglich um gewöhnliche Computer. Auch die Anwendungen und Internetseiten, über die die Anleger ihre angeblichen Gewinne verfolgen sollten, seien fingiert gewesen. Als die versprochenen Gewinne ausblieben, sollen die Verdächtigen den Anlegern teilweise kleinere Geldbeträge überwiesen haben. Zugleich hätten sie erklärt, die ausstehenden Zahlungen würden nach der Behebung technischer Probleme erfolgen.<BR /><BR />Die Gruppe soll über ein internationales Netzwerk verfügt haben, das die Rückverfolgung der Geldflüsse erschwerte. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Computer seien auf ausländische Bankkonten geflossen. Zwei in Großbritannien ansässige Unternehmen, die den Verdächtigen zugerechnet werden, sollen die entsprechenden Rechnungen ausgestellt haben.