Sonntag, 22. März 2020

Kuba schickt Ärzteteam nach Italien

Kuba hat am Sonntag ein Ärzteteam nach Italien geschickt, das die italienischen Kollegen bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll.

Vor allem in der Lombardei sind die Ärzte auf die Hilfe angewiesen.
Vor allem in der Lombardei sind die Ärzte auf die Hilfe angewiesen. - Foto: © ANSA / Filippo Venezia
Die 52 Ärzte und Krankenpfleger sollten in der Lombardei, dem aktuellen Brennpunkt der Corona-Krise, eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit.

In Kuba selbst sind nach offiziellen Angaben aktuell 20 Menschen mit dem Virus infiziert, eine Person starb daran.

Den kubanischen Behörden zufolge werden die Mediziner in der
Lombardei auf Anfrage Italiens zunächst für bis zu 3 Monate
arbeiten. Sie haben bereits mit Krisen wie der Ebola-Epidemie zu tun
gehabt und werden sich einer Gruppe chinesischer Ärzte anschließen,
die bereits in einem Krankenhaus in Bergamo im Einsatz sind. In
Italien sind schon mehr als 4000 Menschen an dem Coronavirus
gestorben.

Das medizinische Personal aus Kuba ist Teil des Internationalen
Henry Reeve Kontingents, das der inzwischen verstorbene damalige
Staats- und Regierungschef Fidel Castro 2005 gründete, um in
Krisensituationen zu helfen. 2017 wurde es von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgezeichnet. Die kubanische
Regierung hat schon Mediziner-Brigaden unter anderem nach Surinam,
Nicaragua, Jamaika und Venezuela geschickt. Seit 1963 sind über die internationale medizinische Zusammenarbeit mehr als 400 000 Kubaner in 164 Länder entsandt worden. 2019 waren 28 000 kubanische
Gesundheitshelfer in 61 Ländern im Einsatz.

Auch Russland schickt wegen der dramatischen Lage in Italien medizinische und personelle Hilfe im Kampf gegen das Coronavirus. Neben medizinischer und anderer Ausrüstung komme auch eine Brigade mit russischen Spezialisten in die besonders vom Coronavirus betroffenen italienischen Gebiete, hieß es weiter in der Mitteilung des russischen Präsidentenamtes.

dpa

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