Was die anhaltende Hitzewelle für den Wein- und Obstbau bedeutet, wissen die beiden Fachleute Raffael Peer und Robert Wiedmer.<BR /><BR />Die Apfelernte hat in diesen Tagen bereits begonnen, im Unterland wird die Sorte Gala von den Bäumen geholt. Mit dem Klauben beschäftigt ist man somit auch im elterlichen Obst- und Weinbaubetrieb von Raffael Peer in Kurtatsch, seines Zeichens Obmann der Südtiroler Bauernjugend und seit mehreren Jahren beim Südtiroler Beratungsring tätig. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1060986_image" /></div> <BR /><BR />„Die aktuelle Hitze beschleunigt den Reifeprozess bei den Äpfeln, darauf gilt es nun ein Auge zu haben“, gibt er zu bedenken. Der richtige Reifezeitpunkt ist für die Qualität und Lagerungsfähigkeit der Früchte von Bedeutung, dazu kommt noch die Ausfärbung der Äpfel. Kühle Nächte begünstigen diese Ausfärbung, während Tropennächte für die schöne rote Farbe nicht förderlich sind. <h3> Tropennächte in Höhenlagen von fast 1000 Meter</h3>Und derartige Tropennächte mit Temperaturen, die auch in der Nacht die Schwelle von 20 Grad nicht unterschreiten, hat es letzthin mehrere am Stück gegeben, außerdem bis in Höhenlagen von beinahe 1000 Meter hinauf. „Es ist zu hoffen, dass es gegen Ende dieser Woche wieder kühler wird, mit deutlicheren Unterschieden zwischen Tag und Nacht, weil dies die Ausfärbung der Äpfel begünstigt“, weiß Peer. <BR />Genauso sieht es Anbau-Experte Robert Wiedmer vom Südtiroler Beratungsring. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1060989_image" /></div> <BR /><BR /><BR />„Der Landwirt erntet in den Erntefenstern, welche von der Genossenschaft vorgegeben werden – immer mit dem Ziel, den optimalen Reifezeitpunkt einzuhalten“, erklärt Wiedmer. <BR /><BR />Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, desto kräftiger werde die rote Deckfarbe ausgebildet. Aber grundsätzlich seien die Bedingungen heuer gut, denn man könne von ansprechender Fruchtgröße ausgehen, auch der Sonnenbrand an den Äpfeln sei nur vereinzelt aufgetreten. „Die Voraussetzungen für eine gute Ernte sind allemal gegeben, wobei sich diese mit mehr als 20 verschiedenen Sorten Äpfeln bis in den Dezember hinzieht und somit noch so einiges passieren kann“, blickt Wiedmer voraus. <h3> Der viele Regen begünstigt Pilzkrankheiten</h3>Während nun also die anhaltende Hitze so manchen Bauern in Bedrängnis bringt, waren es im Mai und Juni die anhaltenden Niederschläge. „Wer da nicht rechtzeitig die notwendigen agronomischen Arbeiten, etwa die Entlaubung, vorgenommen hat, muss durchaus mit Qualitäts- und Ertragseinbußen zu rechnen“, sagt Raffael Peer. Der viele Regen begünstige beispielsweise die Pilzkrankheiten. <BR /><BR />Unterm Strich betreiben in Südtirol über 7000 Bauern erwerbsmäßigen Obstanbau, die Äpfel werden in über 50 Länder weltweit exportiert.