Der Vorfall ereignete sich kurz vor 10 Uhr auf der Schattenseite des Antholzer Tales: Die Wandergruppe mit Urlaubsgästen aus der Schweiz und Deutschland war bei herrlichem Sommerwetter auf dem Wanderweg Nummer 1 in Richtung Antholzer See unterwegs. Der Weg führt in Antholz Obertal durch eine Weide, auf der Mutterkühe mit ihren Kälbern grasten.<BR /><BR />Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte ein kleiner Hund, den einer der Wanderer mit sich führte, eine der Kühe – es handelte sich um eine Pustertaler Sprinze – aufgeschreckt haben – obwohl der Hund sich ruhig verhielt und angeleint war. Mutterkühe verteidigen ihre Kälber instinktiv und eine von ihnen reagierte mit einem Angriff auf die Wanderer. Die andern Kühe aus der Herde verhielten sich ruhig. Die Unglücksursache wird jedoch von den Behörden noch genauer untersucht.<BR /><BR />Als das Tier auf die Gruppe losging, versuchten sich die Wanderer in Sicherheit zu bringen. Betroffene berichteten von dramatischen Szenen: Mehrere Personen seien von einer der Kühe umgerempelt geworden. Die Kuh soll dann auch auf bereits am Boden liegende Wanderer eingetreten haben. Erst nach bangen Momenten ließ die Kuh von ihren Opfern ab.<BR /><BR />Unverzüglich wurden die Rettungskräfte alarmiert. Im Einsatz standen die Bergrettung Antholzer Tal, das Weiße Kreuz Bruneck, die Carabinieri sowie das Team des Notarzthubschraubers Pelikan 2. Die Einsatzkräfte versorgten die Verletzten noch an der Unglücksstelle.<BR /><BR />Drei Personen, alle im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, mussten medizinisch behandelt werden. Der am schwersten betroffene Wanderer, ein Urlaubsgast aus der Schweiz, erlitt erhebliche Verletzungen im Brustbereich. Er war zwar jederzeit ansprechbar, wurde aber zur weiteren Behandlung mit dem Notarzthubschrauber ins Brunecker Krankenhaus geflogen. Zwei weitere Verletzte wurden nach der Erstversorgung mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus von Bruneck gebracht.<BR /><BR />Die übrigen Mitglieder der Gruppe kamen mit dem Schrecken davon. Die Urlauber sollen in einem Hotel in der Nachbargemeinde Olang untergebracht sein. Die Tour zum Antholzer See hatten sie gemeinsam mit einem Wanderführer unternommen. Die Behörden untersuchen nun den genauen Hergang des folgenschweren Zwischenfalls. Der Bauer hat die Kuh inzwischen von der Weide entfernt.