<b>Wann sind Sie zum ersten Mal mit der Conturineshöhle in Kontakt gekommen?<BR /></b>Kurt Walde: Vor etwa fünf Jahren. Zu der Zeit war ich noch der Präsident der Bergführer in der Berufskammer. Damals wurde die Tour zur Conturineshöhle den Bergführern übergeben. Da sich niemand dafür finden konnte, die Touren zu übernehmen, haben sich mein Kollege Franz de Nicolò und ich gemeldet. So habe ich mich intensiv mit den Unterlagen beschäftigt und mich eingelesen.<BR /><BR /><b>Was ist Ihnen dabei aufgefallen?<BR /></b>Walde: Mir war von Anfang an klar, dass es eine zweite Höhle gibt. Mich haben unterschiedliche Sachen stutzig gemacht. Die Knochen in der Höhle wurden in Sedimentsand gefunden. Dann stellte sich mir aber die Frage, wo das Wasser dafür hergekommen war. Auch wurden weit mehr Zähne als Knochen gefunden und man konnte kein einziges vollständiges Skelett zusammenstellen. Der ultimative Hinweis war für mich aber der gefundene Berglöwenkiefer. Der Rest des Tiers war nicht in der Höhle, aber der muss ja irgendwo sein.<BR /><BR /><b>Wie haben Sie danach gesucht?<BR /></b>Walde: Als Bergführer war ich in diesem Gebiet oft unterwegs und kannte es gut. Mithilfe von Google Earth analysierte ich das Gelände genau und führte Berechnungen durch. Auf meinen Bergfotos entdeckte ich schließlich auf einem Bild etwas, das wie ein Höhleneingang aussah.<BR /><BR /><b>Und dann haben Sie die große Entdeckung gemacht ...</b><BR />Walde: Das Gefühl war unbeschreiblich, ich war voller Adrenalin. Ich wusste sofort, dass das die Höhle ist, nach der ich jahrelang gesucht habe. <BR /><BR /><b>Wie sieht es in der Höhle aus?</b><BR />Walde: Sie ist etwa 170 Meter lang und zwischen vier und acht Meter breit. Am Boden liegen Hunderte Schädel, zusammenhängende Wirbelsäulen und Skelette, Knochen und Rippen. Der Boden besteht aus Humus: Über Jahrtausende haben sich Ablagerungen an Flüssigkeit und Bärenhaaren gebildet. Am Ende der Höhle habe ich schließlich auch den Spalt entdeckt, durch den der Sedimentsand und das Wasser in die Conturineshöhle gelangt. <BR /><BR /><b>Was haben Sie nach der Entdeckung gemacht?</b><BR />Walde: Entdeckt habe ich sie am 3. Juli. Am nächsten Tag war ich zuerst auf einer Bergführerausbildung in Osteuropa. Danach war ich auf einer zehntägigen Führung in den Zillertaler Alpen. Sobald ich zurück war, habe ich eine Mail an das Amt für Natur geschrieben. Ich habe dann abgewartet, falls es Rückfragen gibt. <BR /><BR /><b>Was bedeutet diese Entdeckung für Sie persönlich?</b><BR />Walde: Es ist unfassbar, dass ich so eine Erfahrung machen konnte. Allein der Gedanke, dort zu stehen, wo Bären gelebt haben, ist überwältigend. Ich freue mich aber auch sehr, dass nun alle im Fanes-Gebiet von der Entdeckung profitieren können.<BR /><BR /><b>Sind Sie damit nun am Ziel Ihrer Träume angekommen oder suchen Sie weiter? </b><BR />Walde: Die Suche ist auf jeden Fall noch nicht zu Ende. Als Bergführer sieht man sehr viel. Mehr möchte ich aber nicht verraten.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/video-jahrhundertfund-im-gadertal-die-baerenhoehle" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat über den sensationellen Jahrhundertfund berichtet.</a>