Donnerstag, 19. November 2015

La buona scuola: "Kindergarten und Schule sind Baustelle"

Im Sommer wurde das als "La buona scuola" bekannte staatliche Gesetz zur Schulreform genehmigt, weshalb das Land Südtirol seine Bestimmungen an die Grundsätze der staatlichen Reform anpassen muss. Über den Stand der Arbeiten und die nächsten Schritte haben Landesrat Philipp Achammer und Schulamtsleiter Peter Höllrigl am Donnerstag bei einer Pressekonferenz informiert.

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Foto: © shutterstock

"Da das Land bei den staatlichen Schulen nur sekundäre Gesetzgebungskompetenz besitzt, müssen wir zwar die staatlichen Grundsätze übernehmen", berichtete Bildungslandesrat Philipp Achammer, "wir werden aber im Lichte der autonomen Gestaltungsmöglichkeiten die uns zur Verfügung stehenden Spielräume ausnützen."

Zu diesem Zweck wurde erneut ein Bildungsdialog angestoßen, um über diese Grundsätze zu diskutieren. "Dies hat sich in der Vergangenheit bereits als der richtige Weg erwiesen, und wir wollen auch weiterhin die Meinung der Betroffenen hören", so der Landesrat.

Um das Vorhaben umzusetzen, wurden zudem schulämterübergreifende Arbeitsgruppen eingesetzt, die ein Grundsatzpapier erarbeitet haben, das als Grundlage für die weiteren Diskussionen dient.

"Wir können zu Recht sagen, dass wir schon eine 'gute Schule' besitzen, trotzdem bleiben Schule und Kindergarten eine Baustelle", sagte Schulamtsleiter Höllrigl einleitend und stellte die wesentlichen Aspekte der Schulreform vor.

Diese betreffen einerseits die Erweiterung der Autonomie der Schule. So ist beispielsweise aufgrund der staatlichen Vorgaben die Erstellung eines dreijährigen Plans der Bildungsangebote an den Schulen vorgesehen. Eine weitere wichtige Rolle spielt die Fortbildung der Lehrpersonen sowie die Anerkennung ihrer Leistung durch ein neues Dienstbewertungskomitee. Schulamtsleiter Höllrigl merkte auch an, dass der Ausbau der Schulautonomie mit einer größeren Verantwortung der Führungskräfte einhergehe, die ebenfalls einer Bewertung unterzogen werden müssen.

In Bezug auf die Didaktik wies der Schulamtsleiter auf die Berufung von Lehrpersonen mit zusätzlichen Qualifikationen und auf die Möglichkeit des Einsatzes von Fachlehrpersonen in den Grundschulen (insbesondere in den Fächern Sport, Musik und Englisch) hin. Vorgesehen sind weiters Orientierungsmaßnahmen gegen den Schulabbruch und die Einführung eines persönlichen digitalen Bildungsportfolios aller Schülerinnen und Schüler. Bei der Bewertung sollen die Schulen alternative, kompetenzorientierte Konzepte entwickeln können.

"Nun gilt es vor allem, das Gespräch mit den Gewerkschaften und Interessensvertretern von Eltern und Schülern zu intensivieren", berichtete Landesrat Achammer, "dank der Bildungsdialoge suchen wir zudem auch den direkten Kontakt mit den Schulgemeinschaften und Interessierten." 

Diskussionsabende in Bruneck, Brixen, Bozen und Meran

Bildungslandesrat Philipp Achammer und Schulamtsleiter Peter Höllrigl laden daher die Schulgemeinschaften, Interessensgruppen und alle am Bildungsleben Beteiligten und Interessierten zu Diskussionsabenden ein, um einen Dialog über die gesetzlichen Anpassungen zu führen und Meinungen und Anregungen einzuholen.

Diese Bildungsdialoge finden in Bruneck am Mittwoch, 25. November, um 17 Uhr im Sprachen- und Realgymnasium (Josef-Ferrari-Straße 10), in Brixen am Freitag, 27. November, um 17 Uhr im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium (Ignaz-Mader-Straße 3), in Bozen am Dienstag, 1. Dezember, um 18.30 Uhr im Gymnasium "Walther von der Vogelweide" (Armando-Diaz-Straße 34) und in Meran am Mittwoch, 2. Dezember, um 18.30 Uhr in der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie (Mazziniplatz 1) statt.

Der endgültige Gesetzesentwurf muss dann zwischen den drei Bildungsressorts abgestimmt werden. Voraussichtlich im Jänner soll der Gesetzesvorschlag in der Landesregierung besprochen werden. In den ersten Monaten des Jahres 2016 ist schließlich die Beschlussfassung im Landtag vorgesehen.

lpa

stol