Warum sie zur Feuerwehr gingen, wie das Verhältnis zu den Feuerwehrmännern ist und was nach den Proben so geratscht wird, erzählen die drei Feuerwehrfrauen anlässlich des Tags der Frau am 8. März.<BR /><BR />„Mein ,Tata‘ und mein Opa waren bei der Feuerwehr, und schon als Kind habe ich Helm und Stiefel vom ,Tata‘ anprobiert“, erzählt Jennifer „Jenny“ Reiterer (36). Auch Steffi Trenkwalders Vater und Großvater waren bei der Feuerwehr. „So wollte ich dann halt auch zur Feuerwehr“, sagt sie. Und: Der „Karner Franz“, der damalige Laberser Feuerwehrkommandant Franz Gögele, habe immer zu ihnen gesagt: „Wir warten auf euch.“<BR /><BR />2006 waren Frauen bei den Feuerwehren noch Exoten – erste Feuerwehrfrau im Burggrafenamt war 1999 die Riffianerin Johanna Schmidhammer. Mittlerweile haben nur mehr zwei der sechs Meraner Wehren keine Frau in ihren Reihen. Mit sechs Frauenzugängen in den letzten vier Jahren zählt die Feuerwehr Freiberg die meisten. <BR /><BR />Aber zurück zu den Laberser Feuerwehrfrauen: Nach Probejahr, Kursen in der Feuerwehrschule, Teilnahme an den Feuerwehrproben und dem Erreichen der Volljährigkeit war für die beiden der Weg frei in die Feuerwehr. Zu einem ersten Einsatz im Juni 2006 mit zwei jungen einheimischen Verkehrstoten in der Naif wurden die jungen Frauen noch nicht gerufen, weil noch nicht 18 bzw. ein Kurs noch ausständig war. „Darüber sind wir im Nachhinein heilfroh“, erzählen sie. „Wir haben es vom Einstieg weg nie schwer gehabt. Die Männer haben uns gut aufgenommen und immer unterstützt“, sagt Steffi Trenkwalder.<BR /><BR />Vor fünf Jahren sorgte Lisa Kuppelwieser (24) für weitere weibliche Verstärkung. Auch Lisa war die Passion für die Feuerwehr sozusagen in die Wiege gelegt worden. Vater Florian Zöggeler war 20 Jahre lang Kommandant der Laberser Wehr. „Ich habe ihn als Mädchen zu Feuerwehrwettkämpfen begleitet. Daheim habe ich immer Unterstützung bekommen für das, was ich tun wollte, das war in Sachen Feuerwehr nicht anders“, erzählt Lisa Kuppelwieser.<BR /><BR />Erledigen Feuerwehrmänner andere Aufgaben als Feuerwehrfrauen? „Da gibt es keinen Unterschied und Arbeit für jeden“, sagen sie. Sie dürften überall alles anpacken. „Schwere Sachen wie eine Pumpe lassen sie uns nicht tragen, da sind sie ganz Kavaliere“, sagt Steffi Trenkwalder. <BR /><BR />So rücken sie zu Verkehrsunfällen, Suchaktionen, Unwetter-, Brand- und technischen Einsätzen aus. Der Piepser ist Tag und Nacht eingeschaltet. „Wenn der Piepser abgeht, steht man im Bett“, sagt Lisa Kuppelwieser und Steffi Trenkwalder fügt hinzu: „Wach und blind – und versucht abzulesen, was los ist.“ <BR /><BR />Und warum schlägt frau sich neben der Arbeit mitunter auch noch die Nacht um die Ohren? „Den Leuten zu helfen, das war mein Grundgedanke“, sagt Jenny Reiterer, von Beruf pädagogische Mitarbeiterin. „Den Leuten zu helfen – und die Technik zu verstehen. Das interessiert mich immer mehr“, meint Lisa Kuppelwieser, Brandinspektorin bei der Berufsfeuerwehr in Bozen – sie hat in der Zwischenzeit ihr Ehrenamt auch zum Beruf gemacht. Sie selbst sei als Chauffeurin und Betreuerin von einer Kinder-Skigruppe auf der Haflinger Straße selbst in eine Notlage geraten, als ein Stein die Ölwanne des Kleinbusses aufgeschlagen hat. „Eine Ölspur säubern ist für uns als Feuerwehr eine Kleinigkeit, aber für den Menschen, der Hilfe braucht so viel wert“, sagt Kuppelwieser. <BR /><BR />Und Geschäftsbetreiberin Steffi Trenkwalder fügt noch einen Aspekt hinzu: „In Labers gibt es kein Gasthaus mehr, seit beim Steger geschlossen ist, wir haben nur diesen Verein. So kommt man mit allen zusammen.“ Nicht nur bei den Proben und danach, sondern auch bei Ausflügen usw. „Die Feuerwehr ist der Treffpunkt im Dorf. Da ist es auch egal, wenn es nach den Proben manchmal nur um Äpfel, Traktoren und ums Spritzen geht“, sagen Lisa und Jenny. <BR /><BR />Wie lange wollen sie noch weitermachen? „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht“, sagt Jenny Reiterer. Lisa Kuppelwieser, die neben der Feuerwehr auch noch beim Weißen Kreuz aktiv ist, meint: „Wenn man etwas gern tut, geht viel.“ Aber Steffi, auch bei den Schützen aktiv, ist am Überlegen: „Wenn man 13 Stunden im Geschäft ist, wird der Tag schon lang und zeitlich wird es schwierig“.<BR /><BR />Alle drei sehen ihre Rolle gelassen: „Wir machen nichts anderes als unsere Feuerwehrmänner. Aber wir sind jetzt in den Medien und sie nicht“, sagt Lisa und möchte kein Aufheben. Aber wie dem auch sei, die drei Laberser Feuerwehrfrauen sind „Geht-doch“-Vorbilder – Wegbereiterinnen für Mädchen, die ebenfalls zur Feuerwehr wollen. „Und jetzt, wo der Nachwuchs bei allen Vereinen knapper wird, sind Frauen sowieso überall sehr willkommen“, meint Steffi Trenkwalder.