Das Landespresseamt hat am Mittwoch die Begründung der Jury veröffentlicht. Darin heißt es: „Franz Vittur hat als erster Ladinischer Schulamtsleiter in einer entscheidenden Phase die Grundlagen für das heutige ladinische Schulwesen geschaffen und weiterentwickelt. <BR /><BR />Mit Weitblick und Beharrlichkeit prägte er den Aufbau tragfähiger Strukturen und verteidigte mit großer Überzeugungskraft das paritätische Schulmodell, das heute international als beispielhaft für mehrsprachige Bildung gilt. Darüber hinaus hat er sich in vielfältiger Weise für die Stärkung der ladinischen Sprache und Kultur eingesetzt und einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherung der ladinischen Minderheitenrechte geleistet.“ <BR /><BR />Franz Vittur ist 1928 geboren, lebt in Badia/Abtei und arbeitete 47 Jahre lang im Schulbereich – von 1946 bis 1993, davon 18 Jahre als Schulamtsleiter. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1297368_image" /></div> <BR /><BR />Die Jury, die den Preisträger kürte, bestand aus André Comploi, Direktor der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion, Irene Prinoth, Direktorin des Kulturinstituts Micurá de Rü, Katharina Moling, Direktorin des Museum Ladin Ciastel de Tor, Denni Dorigo, Direktor des Istitut Cultural Ladin Cesa de Jan in Col de Lana/Buchenstein, sowie Paul Videsott, Leiter der Ladinischen Abteilung der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen.<BR /><BR />Landesrat Daniel Alfreider sagt dazu: „Franz Vittur stellt mit seiner fast 50-jährigen täglichen Präsenz in den ladinischen Bildungseinrichtungen einen sicheren, festen und kompetenten Bezugspunkt für die gesamte Welt der Bildung und Ausbildung dar. Als inspirierter, fleißiger und offener Mensch suchte er stets den Weg des Dialogs und der Zusammenarbeit, ohne jemals auf die Werte der Ehrlichkeit, Professionalität und Inklusion zu verzichten. Wenn die ladinische Schule heute die Seele und die Garantie für die Identität und Kultur unserer Gemeinschaft ist, gebührt sicherlich ihm das größte Verdienst.“<BR /><BR />Bildungs- und Kulturdirektor André Comploi ergänzt: „Franz Vittur hat nicht nur in seinen beruflichen und institutionellen Funktionen Maßstäbe gesetzt, sondern auch als Autor und kultureller Impulsgeber zur Sichtbarkeit und Wertschätzung der ladinischen Sprache beigetragen.“ Die Auszeichnung würdige sein umfassendes Lebenswerk und sei zugleich Vorbild und Ansporn für das Engagement im Dienst der ladinischen Bildung, Sprache und Kultur.<BR /><BR />Die Auszeichnung Merit Ladin wird Franz Vittur in Form einer repräsentativen Urkunde durch das Land Südtirol offiziell überreicht. Parallel dazu hat der Südtiroler Künstlerbund in Zusammenarbeit mit der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion den Kunstwettbewerb Ert X Merit Ladin ins Leben gerufen. Das dabei von einer Fachjury ausgewählte Kunstwerk wird im Rahmen des „Di dla cultura ladina“ am 19. September in Urtijëi/St. Ulrich präsentiert und dem Preisträger überreicht.