Dienstag, 15. September 2020

Lärm, Alk und Drogen: Partyzone Marienpark

Sie hören laute Musik, lassen sich dazu volllaufen und konsumieren Drogen: Der Marienpark vor der Goetheschule in der Bozner Altstadt verwandelt sich freitags und samstags des Nachts in eine Partyzone. Dort werden Alkohol und Drogen konsumiert, laute Musik abgespielt und die Maskenpflicht scheint für die Feiernden ohnehin kein Thema zu sein.

Bozen hat neben dem Bahnhofspark und dem Obstmarkt jetzt eine neue Problemzone: Es handelt sich um den kleinen Marienpark, der sich Freitag- und Samstagnacht in eine Partyzone verwandelt. Dort werden Alkohol und Drogen konsumiert, laute Musik abgespielt und die Maskenpflicht scheint für die Feiernden ohnehin kein Thema zu sein. - Foto: © stol
„Seit heuer ist es besonders schlimm“, weiß Anrainerin Angelika Huber. Vor allem in den Nachtstunden, gegen 1 oder 2 Uhr, werde der Park an den Wochenenden regelmäßig zur Partymeile. Das sei wohl darauf zurückzuführen, dass am nahe gelegenen Obstmarkt stärker kontrolliert wird, ob Maskenpflicht und Sperrstunde eingehalten werden. Der abgeschiedene Marienpark, der zudem mit einigen Sitzgelegenheiten ausgestattet ist, bietet sich als Ausweichzone für das Partyvolk an.

Empört ob der Zustände sind auch SVP-Ortsobfrau Paula Aspmair und SVP-Gemeinderätin Johanna Ramoser, die das nächtliche Treiben jüngst selbst unter die Lupe genommen haben. „Ich habe den Eindruck, dass die Situation auch am Obstmarkt immer schlimmer wird. Jene, die sich vorher im Bahnhofspark aufgehalten haben, sind jetzt verstärkt vor den Lokalen am Obstmarkt anzutreffen“, bemerkt Ramoser.

Am Abend scheinbar keine Auflagen mehr

Neben der Ruhestörung und dem oft übermäßigen Alkoholkonsum stört Ramoser auch die Tatsache, dass die Coronavirus-Maßnahmen nicht eingehalten werden. „Es ist einfach ein Widerspruch, dass Kinder und Jugendliche in den Bildungseinrichtungen strengen Regeln folgen müssen und am Abend scheinbar gar keine Auflagen mehr gelten“, stellt Ramoser fest.

Die Gemeinderätin hat bei ihrem nächtlichen Rundgang mehrmals die Ordnungshüter angerufen – erschienen sind diese jedoch nicht. „Die Polizei war bis 23 Uhr am Obstmarkt vor Ort, als es dann um 2 Uhr rund ging, habe ich 4 Mal bei der Polizei angerufen und wurde stets vertröstet – unter anderem mit dem Argument, dass ein Eingreifen zu gefährlich wäre, was mich dann schon sehr schockiert hat“, berichtet sie.

„Nächtliche Hinterlassenschaften sind eine Zumutung“

Paula Aspmair richtet einen eindringlichen Appell an die Stadtverwaltung, zumindest in jenen Bereichen einzugreifen, wo Maßnahmen gesetzt werden können: „Der Marienpark muss mit Eingangstoren versehen und in der Nacht gesperrt werden.“ Immerhin werde die Zone auch von zahlreichen Schülern aufgesucht und die nächtlichen Hinterlassenschaften seien eine Zumutung. Selbst vor dem Schulhof hätten die Jugendlichen in der Nacht nicht Halt gemacht und diesen ebenso belagert.

Auch was den Marienpark betrifft, greife die Polizei nicht konkret ins Geschehen ein, bestätigt Anrainerin Huber. Zwar würden Streifen vorbeigeschickt, doch es gebe keine Strafen wegen Ruhestörung oder Missachtung der Maskenpflicht.




d

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