Samstag, 05. Dezember 2020

Lage spitzt sich zu – 214 Feuerwehreinsätze, 125 medizinische Einsätze

Die Niederschläge halten an, immer mehr Gemeindestraßen müssen geschlossen werden, wurde bei der Lagebesprechung im Landeslagezentrum am Samstag um 18 Uhr berichtet.

Die Lage bleibt angespannt. - Foto: © lpa
Im bei der Berufsfeuerwehr angesiedelten Landeslagezentrum in der Drususallee in Bozen laufen alle Fäden zusammen. Nachdem seit Samstagmittag der Zivilschutzstatus Voralarm (Bravo) gilt, bleibt die Lage in Südtirol relativ angespannt.

674 Anrufe bei der Einheitlichen Notrufnummer 112

Bei der Einheitlichen Notrufnummer 112 gingen seit Mitternacht 674 Anrufe ein, die an die zuständigen Einsatzzentralen weitergeleitet wurden. Die Landesnotrufzentrale vermeldet seit Mitternacht 214 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren, 125 medizinische Einsätze und 7 Einsätze der Bergrettung.

Brennerautobahn: Staus haben sich aufgelöst

Am Nachmittag hat das staatliche Verkehrseinsatzkomitee (Comitato Operativo Viabilità Cov) die aktuelle Verkehrssituation besprochen, mit Regierungskommissär Vito Cusumano tagten Vertreter der Brennerautobahn A22 und der Straßenpolizei, der Quästur und der Berufsfeuerwehr mit Landesstraßendienst-Abteilungsdirektor Philipp Sicher und dem Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger. Nachdem sich am Nachmittag Staus von 8 bis 10 Kilometern auf der Brennerautobahn bei Klausen gebildet hatten, wird nun davon ausgegangen, dass der Verkehr am Abend wieder flüssig läuft.

Landesstraßendienst im Dauereinsatz

Grundsätzlich ist die Situation auf Südtirols Straßen unverändert, fasst Abteilungsdirektor Philipp Sicher zusammen: Die Gampenpassstraße ist ab Tisens zu, die Hauptverbindungen sind offen, seitliche Landesstraßen sind geschlossen, vor allem im Ultental, Martelltal und Schnalstal. Den ganzen Tag über und auch weiterhin sind 480 Straßenwärter und 220 Fahrzeuge im Einsatz.



1800 Haushalte ohne Stromversorgung

An die 1800 Haushalte waren im Laufe des Tages ohne Strom. Der Einbruch der Dunkelheit erschwert die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung, außerdem sind die Stellen, an denen Leitungen gebrochen sind, nun schwieriger zu erreichen.

Lawinengefahr auf Stufe 4 von 5

Die Lawinengefahr bleibt bei Gefahrenstufe 4 der fünfteiligen Skala weiter groß. Größere Lawinen sind in Schnals und in Ulten auf der Höhe des Zoggler Stausees abgegangen.

Ergiebige Niederschläge halten auch am Sonntag an

Die ergiebigen Niederschläge haben den ganzen Nachmittag über angehalten. Am meisten Schnee fiel in den Südstaulagen Ulten und Passeier, in der Brennergegend und in den Dolomiten. Die Schneefallgrenze lag zwischen tiefen Lagen und 1300 Metern Meereshöhe, in den Dolomiten stieg sie auf über 1500 Meter an. Es wird weiterhin im ganzen Land regnen bzw. schneien, wobei diesmal die östliche Landeshälfte am meisten betroffen ist. Die Schneefallgrenze ist nach wie vor sehr unterschiedlich und schwankt zwischen 500 und 1500 Meter, in den Dolomiten liegt sie zeitweise auch höher. In der Nacht auf Montag lassen die Niederschläge nach.

Fahrten möglichst vermeiden

Die Agentur für Bevölkerungsschutz ruft wiederholt dazu auf, unnötige Fahrten zu vermeiden und, falls Fahrten doch nötig sein sollten, das eigene Fahrzeug unbedingt mit Winterausrüstung auszustatten.

Schulen in St. Pankraz und Ulten am Montag geschlossen


In den Gemeinde St. Pankraz und Ulten bleiben am Montag (7. Dezember) die Kindergärten, Grundschulen und Mittelschulen geschlossen. (STOL hat berichtet)

lpa/jot