Sonntag, 23. Mai 2021

Lago Maggiore: Seilbahn stürzt ab – 14 Tote

Bei einem Seilbahnunglück im Piemont unweit des Lago Maggiore sind am Sonntag 14 Menschen ums Leben gekommen.

Mehrere Menschen verloren beim Unglück ihr Leben. - Foto: © CNSAS
Zum Unglück kam es gegen 12.30 Uhr. Eine Kabine der Seilbahn auf der Strecke Stresa-Mottarone stürzte circa 100 Meter vor Ankunft am Berg Mottarone ab. An Bord befanden sich 15 Menschen.

13 Personen starben am Unfallort, 2 Kinder im Alter von 9 und 5 Jahren wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Turiner Spital eingeliefert. Der 9-jährige Bub erlag jedoch am Abend im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Alle Straßen, die zum Mottarone-Berg auf einer Höhe von circa 1420 Meter führen, wurden geschlossen, um die Bergungsarbeiten zu erleichtern. Zahlreiche Rettungskräfte, unter anderem Feuerwehren, Bergrettung und Hubschrauber standen im Einsatz.



Der Absturz der Kabine ist ersten Erhebungen zufolge vermutlich durch einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke verursacht worden. Die Kabine stürzte in einen Wald. Wegen des steilen Geländes gestaltete sich die Bergungsaktion problematisch.

Über die Identität der Opfer gab es vorerst keine Informationen.

Zahlreiche Touristen mit Seilbahn unterwegs

Nach dem Lockdown infolge der Pandemie war die 1970 errichtete Seilbahn erst am 24. April geöffnet worden. Sie verbindet Stresa, eine der bekanntesten Ortschaften am Lago Maggiore, mit dem Mottarone-Berg und fährt im 20-Minuten-Takt. Die Seilbahn war 2014 wegen Instandhaltungsarbeiten geschlossen und 2016 wieder in Betrieb gesetzt worden.

Wegen des schönen Wetters waren unzählige Touristen am Sonntag mit der Seilbahn unterwegs, um von der Spitze des Mottarone-Bergs die Aussicht über den Lago Maggiore zu genießen.

Der italienische Premier Mario Draghi äußerte seine Bestürzung und kondolierte im Namen der Regierung den Familien der Opfer. Er sei mit den Rettungseinheiten in Kontakt, schrieb Draghi auf Social Media.

Traurige Erinnerungen an Seilbahn-Unglücke im Fleimstal

Vor rund 45 Jahren war es in Cavalese im Fleimstal zum bis heute folgenschwersten Unfall einer Luftseilbahn gekommen. Am 9. März 1976 stürzte eine voll besetzte Kabine der Cermisbahn ab und forderte 43 Tote.

Vor 23 Jahren ereignete sich am Cermis ein weiterer tragischer Seilbahnunfall. Am 3. Februar 1998 durchtrennte ein US-amerikanischer Kampfjet bei einem Übungsflug das Seil der Kabinenbahn. Eine Gondel stürzte 100 Meter ab und wurde für die 20 Insassen zur Todesfalle.

Unter den Opfern waren damals auch 2 Frauen aus Südtirol. Maria Steiner Stampfl (61), gebürtig aus Bruneck, aber wohnhaft in Brixen, sowie Edeltraud Zanon Werth (56). Sie war gebürtig aus Innsbruck, lebte aber ebenfalls in Brixen.

apa/dpa/ansa/stol