Denn die Kriegsreste seien zum Teil sehr gefährlich. Vor allem für jene, die nicht die grundlegendsten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.„In der letzten Zeit gab es zahlreiche gefährliche Situationen. Insbesondere zwei davon hätten in Tragödien enden können“, berichteten die Ordnungshüter auf einer Pressekonferenz am Freitag.Pustertal: Urlauber wirft mit MörsergranatenVor zwei Wochen sei ein deutscher Tourist beim Wandern nahe Bruneck auf neun Mörsergranaten gestoßen - die er unbedachterweise auf ihre Funktionstüchtigkeit testen wollte: Laut Carabinieri-Oberst Giuliano Polito warf der Urlauber die Granaten einige Meter weit."Wenn die Bombe explodiert wäre, wäre der Tourist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die tödlichen Splitter solcher Bomben verteilen sich in einem Umkreis von bis zu 80 Metern", berichten die Beamten.Nachdem er bemerkt habe, dass die Granaten nicht mehr funktionierten, habe sich der Tourist wieder seinem Urlaub gewidmet - und erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland die Ordnungshüter via Mail über den gefährlichen Fund in Kenntnis gesetzt. Die Carabinieri entschärften die Granaten, "die sich, nebenbei bemerkt, nicht unweit eines Radwegs und einiger Wohnhäuser befanden", unterstrich Polito.Südtiroler fischt Granate aus Kalterer SeeDie zweite brandgefährliche Episode mit einem Fundstück aus dem Zweiten Weltkrieg ereignete sich am vergangenen Sonntag am Kalterer See.Ein Südtiroler wurde bei einem Steg auf eine Stielhandgranate aufmerksam. Umgeben von einigen Schaulustigen soll der Mann die Granate aus dem Wasser gefischt und, während auf das Eintreffen der Spezialeinheit der Carabinieri gewartet wurde, auf eine gut besuchte Wiese gelegt haben. Und so verhält man sich richtigGlücklicherweise seien die Vorfälle ohne ernsthafte Folgen geblieben, berichtete der Carabinieri-Oberst.Doch gerade aufgrund des verantwortungslosen Verhaltens, das bei den beiden Episoden an den Tag gelegt wurde, sei es dringend notwendig, Hinweise zum richtigen Verhalten beim Fund von Kriegsüberresten geben - die da wären:1) Hausverstand benutzen,2) sich nicht von der eigenen Neugier leiten lassen,3) die Objekte niemals berühren,4) sich auf Sicherheitsabstand zu den Fundstücken begeben und auch andere Personen dazu anregen,5) die Carabinieri informieren - Notruf: 112,6) den Fundort genau beschreiben und schließlich7) den Fundort, sollte es sich dabei nicht gerade um eine belebte Straße oder ähnlichem handeln, nicht kennzeichnen. Dies würde nur weitere Schaulustige anlocken, die sich potenziell in Gefahr bringen könnten.stol