Freitag, 26. August 2016

Laimburg: Forschen in der Gefahrenzone

Von oben droht Steinschlag, von unten Überschwemmung. Das Gebiet rund um die Laimburg ähnelt einer einzigen Gefahrenzone. Jetzt sollen’s Schutzdämme richten. Wenn die nichts bringen, ist von Abbruch die Rede.

Den Felsen so nah: Der größte Steinschlaggefahr für die Laimburg geht von der Felswand aus, die direkt hinter dem Forschungszentrum liegt. - Foto: DLife
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Den Felsen so nah: Der größte Steinschlaggefahr für die Laimburg geht von der Felswand aus, die direkt hinter dem Forschungszentrum liegt. - Foto: DLife

Das Land will an der Laimburg „neue Bauprogramme“ umsetzen. So weit der Plan. Doch aus dem technischen Bericht, den Egon Engl, Geometer im Amt für Geologie und Baustoffprüfung, für die neuen Baumaßnahmen ausgearbeitet hat, geht hervor: Die Laimburg ist stark steinschlaggefährdet. Und nicht nur das: Von Hochwasser bedroht ist das Gebiet auch noch.

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Die rote Linie markiert jene Zone, in der ein Herabfallen von Felsblöcken wahrscheinlich ist - Foto: Screenshot/Technischer Bericht

 

Schutzmaßnahmen für 3,2 Millionen Euro

Nun sollen es Schutzmaßnahmen richten: Neue Gebäude sollten, „soweit möglich“, nicht wieder unter der Felswand errichtet werden, schreibt der Geometer. Zum Schutz vor Steinschlag rät er zu einem Schutzdamm auf Betonstruktur. Eine 1300-Meter-lange Mauer, bis zu 2,6 Meter hoch, soll die Zone wiederum vor Hochwasser bewahren. Die Landesregierung hat die Maßnahmen am Dienstag genehmigt. Kostenpunkt: 3,196 Millionen Euro.

So weit, so gut. Doch damit ist das Problem nicht gelöst. Denn große Teile der bestehenden Laimburg liegen in steinschlag- und/oder hochwassergefährdetem Gebiet. 

Droht der Abbruch des Felsenkellers?

Engl schreibt, bestehende Gebäude – Magazin, Werkstätte und Versuchszentrum – könnten in Neubauten integriert werden. Am Ende könnten die alten Strukturen abgebrochen werden. Doch hat auch diese Sache einen Haken: Felsenkeller und Weinkellerei müssten laut diesem Konzept teilweise abgerissen werden.

Die Felswand und der Felsenkeller: So viel Nähe kann zur Gefahr werden - Foto: Screenshot/Technischen Berichts

 

„Da diese Gebäude das charakteristische Ensemble der Laimburg bilden, ist dieser Eingriff nicht nur kostenintensiv, sondern stellt auch einen Eingriff in das bekannte Ortsbild der Laimburg dar“, gibt der Geometer zu bedenken.

Die Landesregierung lässt deshalb vorerst eine Verbesserung der Felssicherung zum Schutz der Mensa, des Eingangsgebäudes zum Felsenkeller und der Weinkellerei prüfen. Prüfen, ob „technisch machbar“ und „finanziell vertretbar“, nennt es Engl. Sollte dies nicht möglich sein, könnte dennoch der Abbruch drohen.

stol

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