Donnerstag, 31. August 2017

Lama am Sellajoch gerissen: War es wirklich der Wolf?

Bären, Wölfe oder doch wildernde Hunde: Rund um Platt- und Langkofel ist der Aufruhr groß. Nachdem Schafe gerissen wurden, sorgt nun ein totes Babylama am Sellajoch für Unmut.

Das Babylama wurde am Dienstagabend gerissen.
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Das Babylama wurde am Dienstagabend gerissen.

Lamas, Yaks, Hochlandrinder und ihre Jungtiere: Die Friedrich-August-Hütte am Sellajoch ist ein wahres Tierparadies. Vor allem die vielen Jungtiere sind bei Wanderern und vor allem Kindern beliebt. 

Doch das Bild, das sich am Mittwochmorgen bot, war kein schönes. Unweit der Hütte wurde nämlich ein totes Babylama entdeckt. Es ist am Dienstagabend gerissen worden. "Ich glaube, ich habe die Schreie gehört, aber mir nichts weiter dabei gedacht", sagt Michaela Auer von der Friedrich-August-Hütte. Obgleich auch sie letzthin öfter über das Thema Wolf und Bär gesprochen hat. 

Die Förster wurden umgehend verständigt - und auch gebeten von den Hunden DNA-Proben zu nehmen. "Von jenen der Umgebung und auch den eigenen. Wenn, dann soll man alle kontrollieren", so Auer. Doch dem sei man nicht nachgekommen. 

Wölfe oder doch Hunde?

Noch immer wird in der Gegend von Wölfen gesprochen, die ihr Unwesen treiben. 400 Schafe sind vorzeitig abgetrieben worden, nachdem 6 Tiere gerissen worden waren (STOL hat berichtet). Und nun also ein Lama. 

Doch so einfach ist die Sache nicht. Nicht nur Auer zweifelt mittlerweile daran, dass es sich um Wölfe handelt. "Sie reißen anders und wagen sich normalerweise nicht auf so freie, offene Weideflächen. In den tiefen, bewaldeten Seitentälern mag des der Wolf sein", sagt sie. Auer selbst gehört nicht zu Wolf-Gegnern und plädiert dafür, sich die Fälle genau anzusehen, bevor laut aufgeschrien werde. Die Politik möge sich nicht nur um den kriminellen Wolf kümmern, sondern um die anderen kriminellen Machenschaften im Land, so die Tierliebhaberin. 

Bei der Friedrich-August-Hütte selbst hofft man nun, verschont zu werden, denn durch die vielen Jungtiere wäre der Tisch derzeit überaus reichlich gedeckt. "Wir waren bislang nie betroffen und ich hoffe, dass es auch nicht wieder vorkommt", so Auer. 

stol/ker

stol