Leider ist Oskar Weiss im April 2018 verstorben. Doch in seiner unglaublichen Sammlung lebt er weiter. Wie Weiss seine Liebe und Leidenschaft für Krippen entdeckt hat und was nun mit seinen Krippenschätzen passiert, lesen Sie hier. <BR /><BR />„In den 1930er Jahren ist man Krippen schauen gegangen, in Klöstern und bei Bauern, die sich eine Krippe leisten konnten“, erinnert sich der Weiss in einem früheren Interview mit den „Dolomiten“ an seine Kindheit zurück. 1935 hat Weiss von seiner Mutter seine erste Krippe aus Pappmaschee bekommen. „Dafür sind wir extra nach Bozen gefahren. Meine Mutter hat mein Interesse an den Krippen entdeckt“, sagte Weiss vor einigen Jahren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713363_image" /></div> <BR /><BR />Vorher wurde „nur“ eine Vogelweider Papierkrippe aufgestellt. Besonders gerne erinnerte sich der Hobbykünstler ans Jahr 1969 zurück: Denn da wurde Oskar Weiss für seine erste selbst geschnitzte Krippe vom italienischen Freizeitverein E. N. A. L. mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Bis zu seinem Tode hat der pensionierte Bäcker rund 80 Krippen aus aller Welt zusammengetragen, von der ein wenig mehr als einen Fingernagel großen Marmorkrippe bis hin zur 60 Zentimeter großen Krippe aus Peru: Sie war der große Stolz des 84-Jährigen, da er die Figuren von seinen Kindern zum 80. Geburtstag bekommen hat.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713366_image" /></div> <BR /><BR />Die vorwiegend in Handarbeit angefertigten Krippenfiguren aus echtem Muranoglas, Oliven-, Palisander- und Ebenholz sowie aus Wäscheklammern, Ton, Papier, Mais- und Bananenblättern, Salzteig, Stein, Metall usw. stammen unter anderem aus dem historischen Tirol, aus Peru, China, Portugal, Chile, Vietnam, Indonesien, Tansania, Bolivien, Guatemala, Ghana, Kanada, Mexiko, Ecuador und von den Kanarischen Inseln. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713369_image" /></div> <BR /><BR />Zur Sammlung gehören aber auch von Weiss geschnitzte Figuren und eine wertvolle Krippe aus Biskuitporzellan aus dem Hause Rosenthal in Oberfranken.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-51890756_quote" /><BR /><BR /><BR />Zu einem Großteil hat Oskar Weiss „nur“ die Figuren aus aller Welt gesammelt – unter anderem über Freunde, Bekannte, seine Familie und über Missionare: Die Behausungen sowie die Berge und Landschaften fertigte der begabte, 93-jährig verstorbene Familienvater selbst an, aus Wurzeln, altem Holz und aus verschiedenen anderen Materialien. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713372_image" /></div> <BR /><BR />Gerne erzählte Weiss auch interessante Geschichten, wie er zu manchen Krippen gekommen ist: Bevor er vom dortigen Pfarrer die über 100 Jahre alten „Nassereither Loammandln“ aus Nordtirol bekommen hatte, wollte der Geistliche zuerst den selbstgebauten Krippenberg begutachten, wo die Figuren schlussendlich „unterkommen“. <BR /><BR />Um zu einer neapolitanischen Krippe zu kommen, hat Weiss sogar die Kurie von Neapel angeschrieben. Nach nur kurzer Zeit kam per Post ein Paket voller wertvoller Figuren. Vermittler war kein Geringerer als der Bischof von Neapel. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713375_image" /></div> <BR /><BR />Gerne betrachtete Weiss die Krippenfiguren von 1920, die ihm seine Nachbarn Alfred und Berta Staffler geschenkt haben. „Sehr selten ist dabei, dass alle heiligen drei Könige auf Pferden dargestellt sind“, erklärte der Krippenfachmann gegenüber den „Dolomiten“ im Jahre 2009.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713378_image" /></div> <BR />Im Jahr 2016 stattete STOL Oskar Weiss und seinem Krippenmuseum einen Besuch ab. <BR /><BR /> <video-jw video-id="GoRZsp91"></video-jw> <BR /><BR /> Auch die Kinder von Oskar Weiss freuten sich über das Hobby ihres Vaters und schauen sich ständig nach neuen Exemplaren um, die sie ihm mit nach Lana bringen. Jetzt, nachdem der Vater gestorben ist, stellte sich die Frage, was mit den Krippenschätzen passieren sollte. Und sind zu einer Entscheidung gekommen. <BR /><BR />„Dorothea Weiss, die Tochter, überlässt die Krippensammlung ihres Vaters der Gemeinde Lana als kostenlose Leihgabe, wenn wir sie der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt der in Lana für Kultur zuständige Gemeinderat Helmut Taber. Die Gemeindeverwaltung hat sich Gedanken gemacht und einen Ausstellungsort gefunden: „Der ehemalige Weinkeller unterhalb der Kapuzinerkirche ist dafür wie geschaffen“, freut sich Taber. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="713381_image" /></div> <BR /><BR />Auch die Nähe zum Sterntaler-Weihnachtsmarkt im historischen Kapuzinergarten sei von großem Vorteil. „Der Keller gehört der Pfarrei Lana, die aber bereits eingewilligt hat, die Räume der Gemeinde über einen Leihvertrag kostenlos zur Verfügung zu stellen“, sagt Taber dankbar.<BR /><BR /><embed id="dtext86-51891049_quote" /><BR /><BR />In den Kellerräumen seien sicher Anpassungsarbeiten nötig, der urige Charakter müsse aber erhalten bleiben. „Zu ausgewählten Zeiten soll dieses Museum dann geöffnet werden, vorwiegend in der Advents- und Weihnachtszeit“, sagt der Gemeinderat. „Sofern genügend Platz ist, möchten wir alle Krippen von Oskar Weiss präsentieren.“ <BR /><BR />Ziel ist es, das Museum in etwa einem Jahr zu eröffnen, die Kosten für dieses Vorhaben stehen noch nicht fest. „Wir werden die Kosten möglichst niedrig halten“, verspricht Taber.