<b>von Florian Mair</b><BR /><BR />Der am 16. Februar 1909 im damaligen Plateiderhaus (heute Falkner) an der Ländgasse in Lana geborene und am selben Tag in der St.-Anna-Kirche getaufte Heinrich Dalla Rosa war der jüngste Spross von Giuseppe Dalla Rosa, einem Maurer aus Levico im Trentino, und Elisabeth Egger.<BR /><BR />Von Geburt an war der spätere Priester kränklich. Ein Wunder ließ ihn genesen, als der kleine Heinrich mit nur 2 Jahren dem Tod wirklich sehr nahe war.<BR /><BR /> Schon sehr früh zeigte sich Dalla Rosas religiöse Neigung, weshalb er wohl auch in seiner Geburtspfarrgemeinde als Ministrant aktiv war. Von seiner Schulzeit absolvierte er nur einen kleinen Teil in Lana.<h3> Umzug in die Steiermark</h3>Denn 1916, während des Ersten Weltkriegs, wurde Heinrich Dalla Rosas Vater zum Kriegsdienst einberufen. Und seine Mutter zog mit den 3 kleinen Kindern zunächst in die Nähe von Graz in der Steiermark – und dann in Heinrichs spätere Primizpfarrei Burgau.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1121853_image" /></div> <BR /><BR />Als junger Mann war es Dalla Rosas Wunsch, sich den Steyler Missionaren anzuschließen. Er tat dies auch, spürte jedoch bald seine Berufung zum Priester und folgte ihr. Und der Orden ließ ihn ziehen. Von 1930 bis 1935 studierte er Theologie in Graz. Der letzte Seckauer Fürstbischof Ferdinand Stanislaus Pawlikowski weihte den gebürtigen Lananer dann am 14. Juli 1935 im Grazer Dom zum Priester. Dalla Rosa wirkte anschließend als Kaplan in den steirischen Orten Paldau, Allerheiligen im Mürztal und Hieflau.<h3> Das offene und fröhliche Wesen geschätzt</h3>1939 übernahm er schließlich als Pfarrer die Seelsorge in der obersteirischen Pfarre St. Georgen in Obdachegg. Dort baute er mit Gitarre, Harmonium und seiner musikalischen Begabung eine lebendige Gemeinschaft auf, die sich in der schweren Zeit des Naziterrors zusammenfand, um sich gegenseitig Trost und Hoffnung zu spenden – und natürlich um Lieder zu singen. Dabei war das offene und vor allem fröhliche Wesen des aus Lana stammenden Pfarrers geschätzt. <h3> Mit Lana verbunden</h3>Heinrich Dalla Rosa war zeitlebens mit seiner Heimatgemeinde Lana verbunden, besuchte sie immer wieder und feierte dort, wann immer möglich, Gottesdienste in der St.-Peter-Kirche, in der er als Kind Messdiener tätig gewesen war. Besonders verbunden fühlte er sich mit den Südtiroler Bergen. „Grüßt mir meine Berge“, soll er zu seinen Mithäftlingen im Gefängnis in Wien zum Abschied bzw. vor seiner Hinrichtung gesagt haben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1121856_image" /></div> <BR /><BR />Die Verbundenheit zu seiner Heimat und zum christlichen Glauben prägten diesen Märtyrer-Priester bis zu seinem tragischen Ende. Am 23. August 1944 um 8 Uhr morgens wurde der junge Pfarrer Heinrich Dalla Rosa von der Gestapo verhaftet – angeklagt wegen Wehrkraftzersetzung: Der 35-Jährige soll „Zweifel an einem guten Ausgang des Krieges“ geäußert haben, was als „staatsgefährdende Äußerung“ angesehen wurde. <h3> Ein Besuch wurden ihm schließlich zum Verhängnis</h3>Und eine hochschwangere Lehrersgattin soll er in ihrer Sorge um ihren Mann, der Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) war, zu einem Umdenken ermutigt haben. <BR /><BR />Er soll die Frau bei seinem Besuch unter anderem ersucht haben, ihr Ehemann „möge seine Arbeit in der Partei aufgeben“. Dieser Besuch, den Dalla Rosa selbst als seelsorgerische Handlung verteidigte, und seine Äußerungen zum Krieg wurden ihm schließlich zum Verhängnis.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1121859_image" /></div> <BR /><BR />Trotz der schweren Anklage nahm Dalla Rosa das Todesurteil ruhig und gefasst entgegen, wie er in einem seiner letzten Briefe an seine Familie schrieb. „Nichts Weltliches, nichts Gehässiges bedrückt mein Gemüt, ich bin innerlich froh, als Zeuge Christi befunden zu sein“, so seine Worte im Angesicht des Todes. <BR /><BR />In seinen Briefen aus dem Gefängnis, die an seine Eltern und Geschwister gingen, brachte der junge Pfarrer eine innere Größe und Gottergebenheit zum Ausdruck. Am 24. Januar 1945, heute vor 80 Jahren, wenige Monate vor dem Ende des NS-Regimes, wurde Heinrich Dalla Rosa in Wien auf dem Schafott enthauptet.<h3> Leichnam exhumiert</h3>Im Frühjahr 1946 wurden seine sterblichen Überreste am Zentralfriedhof in Wien exhumiert, nach St. Georgen in Obdachegg überführt und dort unter großer Anteilnahme beigesetzt. In seiner Heimat Lana erinnert seit 1986 eine Gedenktafel in der St.-Peter-Kirche, gestaltet vom steirischen Künstler Franz Weiss, an den mutigen Priester. Auch der Stationenweg entlang des alten Wallfahrtsweges von der Hl.-Kreuz-Kirche nach St. Agatha auf der Wiese ehrt sein Andenken. Und bei Athesia erschien ein Gedenkbüchlein. <BR /><BR />Weiters wurde anlässlich der Sammlerbörse Lanaphil im Herbst 2024 eine Briefmarke im Gedenken an Pfarrer Heinrich Dalla Rosa herausgegeben. Die Pfarrei Lana mit Dekan P. Peter Unterhofer OT und seinem Vorgänger P. Peter Lantschner OT sowie der Heimatschutzverein Lana mit Obmann Albert Innerhofer, Elfriede Zöggeler Gabrieli und Simon Terzer setzen sich dafür ein, dass Märtyrer-Priester Heinrich Dalla Rosa und sein Opfer in Südtirol nicht vergessen werden. <BR /><BR />Der gebürtige Lananer bleibt in Erinnerung als ein Mann, der im Angesicht von Gewalt und Terror standhaft in seinem Glauben blieb. Sein viel zu kurzes Leben und sein Tod sind ein bleibendes Zeugnis für den Widerstand gegen das Unrecht und für die Kraft des Glaubens, die auch in den dunkelsten Zeiten nicht erlöschen kann.