Freitag, 30. Juni 2017

Land unter in Berlin: Heftiger Regen trifft Deutschland

Hauptstadt unter Wasser: Stundenlanger Starkregen, vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen haben der Berliner Feuerwehr auch in der Nacht schwer zu schaffen gemacht. Bis kurz vor Mitternacht zählte ein Sprecher fast 1400 wetterbedingte Einsätze in der Hauptstadt.

Der Dauerregen hat Berlin in einen Ausnahmezustand versetzt.
Der Dauerregen hat Berlin in einen Ausnahmezustand versetzt. - Foto: © APA/AFP

Örtlich fiel binnen weniger als 24 Stunden mehr als doppelt so viel Regen wie normalerweise im ganzen Juni. Im Stadtteil Charlottenburg musste ein von den Wassermassen unterspültes Haus wegen möglicher Einsturzgefahr evakuiert werden. Der am Donnerstagmittag ausgerufene Ausnahmezustand galt in der Nacht fort.

U-Bahnhöfe liefen voll mit Wasser, eine der fünf meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, die A100, blieb wegen Überschwemmung in Tunnelbereichen auch nachts abschnittweise gesperrt.

Innenstadt teilweise lahmgelegt

Auf dem Flughafen Tegel wurden Flüge gestrichen und Maschinen umgeleitet. Am späten Abend teilte die Flughafengesellschaft dann mit, dass eine Ausnahme vom Nachtflugverbot erteilt wurde, um vielen Fluggästen die Weiterreise zu ermöglichen.

In Tegel gingen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von Donnerstag 11.00 Uhr bis zum frühen Freitagmorgen 143,5 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Das langjährige Mittel für den Monat Juni liegt dort bei 70,9 Liter.

Auf zahlreichen Berliner Straßen stand das Wasser zeitweise knöchelhoch, Taxis waren nur schwer zu bekommen, der S-Bahn-Verkehr war zeitweise gestört, Busse fuhren teils nur mit großer Verspätung. Die Innenstadt war am Donnerstag teilweise lahmgelegt. Beim Notruf hingen Anrufer zeitweise minutenlang in der Warteschleife fest.

Restlicher Norden blieb verschont

Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Berliner Feuerwehrleute. Im Stadtteil Charlottenburg gab es am späten Abend einen Unfall zwischen einem Leiterwagen der Feuerwehr und einem Auto. Drei Menschen wurden dabei verletzt, darunter zwei Feuerwehrleute. Weitere Menschen kamen in Berlin nicht zu Schaden.

Die übrigen norddeutschen Bundesländer blieben vorläufig von heftigeren Wasserschäden verschont. Zwar meldeten mehrere Feuerwehr- und Polizeidienststellen starken Regen. Zu größeren Einsätzen kam es aber zunächst nicht. „Wir mussten bislang kein einziges Mal wegen des Wetters ausrücken“, sagte ein Polizeisprecher in Hamburg. „Nicht mal ein Keller ist vollgelaufen.“

Für die Länder Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern hatte der Deutsche Wetterdienst in der Nacht auch für den gesamten Freitag vor langanhaltendem Starkregen gewarnt.

dpa

stol