Mittwoch, 20. November 2019

Land unter in der Obstwiese

Bis zu einem Viertel der Pink Lady-Ernte hängt derzeit noch an den Bäumen. Vor allem in den Obstwiesen im Burggrafenamt und im Überetsch gestaltet sich die Ernte derzeit schwierig, stehen doch einige Anlagen beinahe knietief unter Wasser.

Die Apfelernte ist derzeit eine nasse Angelegenheit.
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Die Apfelernte ist derzeit eine nasse Angelegenheit. - Foto: © Screenshot

Mit einer Ernte von rund 49.000 Tonnen der Sorte Pink Lady rechnet man bei der VOG in diesem Jahr. Bis zu über 12.000 Tonnen davon dürften derzeit in Südtirols Apfelanlagen noch an den Bäumen hängen.

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„Je nach Lage sind 20 bis 25 Prozent der Ernte noch nicht eingefahren“, sagt VOG-Obmann Georg Kössler. Die seit vergangenem Mittwoch anhaltenden Niederschläge haben eine Ernte teilweise unmöglich gemacht.

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or allem im Raum Burggrafenamt, aber auch im Überetsch und teilweise im Großraum Bozen steht das Wasser in den Obstanlagen teilweise fast knietief. Doch auch andernorts sind die Böden durch die enormen Niederschlagsmengen derart aufgeweicht, dass sie mit Erntemaschinen oder Traktoren nicht befahren werden können. „Wo man in die Wiesen reinkommt, sollte es in den kommenden Tagen möglich sein, die Ernte abzuschließen – vorausgesetzt, es kommt schönes Wetter“, so Kössler.

Und so langsam wird es für die betroffenen Bauern knapp. Denn das Ernte-Fenster für Pink Lady schließt am 25. November. Wer seine Ware nach diesem Termin anliefert, muss automatisch Einbußen von 15 Prozent hinnehmen. „Wir würden das Erntefenster ja gerne verschieben. Auch weil viele Bauern in einer prekären Lage sind“, sagt Kössler. „Aber das geht leider nicht. Der Termin wird schließlich nicht nach der Wetterlage festgelegt, sondern nach objektiven Kriterien, wie eben dem Reifegrad.“

Vor allem für die Qualität problematisch sei, wenn die Äpfel in nassem Zustand gepflückt würden, so Kössler. Das Risiko, dass das Obst dann Druckstellen aufweist, sei hoch. „Und dann können wir die Ware nicht mehr als Premium-Produkt verkaufen“, sagt er.

„Ausnahmsweise keine Probleme“ hat man diesbezüglich bei der Vinschger Vermarktungsgenossenschaft VI.P. „Wir sind frühe Wintereinbrüche gewohnt und haben den allergrößten Teil der Ernte bereits abgeschlossen“, sagt Direktor Martin Pinzger. Zwar gebe es noch einige Partien der Clubsorte Envi, die noch zu ernten seien. Aber denen tue der Schnee nichts.

em