Die Inhaber des Fahrradfachgeschäftes BikeShop Engl in der Bozner Cavourstraße erinnern sich sehr genau noch an die verheerenden Wassermassen, die am 18. August 1997 von der Straße her in ihr Geschäft flossen.<BR /><BR /><BR />Wie Ulrich Engl und seine Frau Anni berichten, passierte dies nämlich unmittelbar nach ihrer Hochzeit: „Wir erinnern uns noch sehr genau an diesem Vorfall. Tags zuvor haben wir nämlich geheiratet, und auf einmal waren wir mit dem herabströmenden Wasser, das in unser Geschäft eindrang, konfrontiert. Es war schon eine höchst ungewöhnliche und bizarre Situation, der wir gegenüber standen.“ Ihr Fahrradfachgeschäft liegt rund einen Meter unterhalb des Straßenniveaus, da hatten die Wassermassen „freie Fahrt“. <BR /><BR /><BR /><BR />Ulrich Engl sieht im Nachhinein die ganze Angelegenheit schon etwas gelassener, denn „es war ein Glück im Unglück, dass es sich um ein ‚sauberes‘ Wasser gehandelt hat, also keinerlei Schlamm, Steine oder sonstiger Unrat mitgeführt worden ist. So hatten wir nur Wasserschäden zu beklagen. Eine Verdreckung unserer Geschäftsräume oder der Dutzenden von gelagerten Fahrrädern war kaum vorhanden.“ <BR /><BR />Allerdings ist Engl nicht gut auf die Entschädigung seitens der Versicherung, die für den Schaden aufkommen hätte müssen, zu sprechen. „Diese war schon eher knausrig, so führten sie beispielsweise ins Feld, dass man gewisse Ersatzteile, die durch das Wasser von Rost befallen wurden, trotzdem hätte verwenden können und somit kein Schadensersatzanspruch geltend gemacht werden könne.“ <BR /><BR />Diese Vorgehensweise sei schon „verwunderlich“ gewesen und habe von wenig Entgegenkommen gezeigt, da auch der Aufwand für die Reinigung der Geschäftsräume „um Gottes Lohn“ gemacht werden musste. „Wir haben zur Trocknung der Räume die Klimaanlage durchgehend eingeschaltet, das hat eine gute Wirkung gezeigt“, berichtet Engl.<h3> Wer den größten Schaden hatte</h3>Den mit Abstand größten Schaden hatten allerdings die Inhaber der Villa Welponer in der Cavourstraße 7 zu beklagen. Ihr Gebäude war rund ein halbes Jahr zuvor vollständig saniert worden, und nun schoss eine riesige Wasserfontäne durch ihr Haus und zerstörte es in großen Teilen. <BR /><BR />Die Ursache für dieses Riesenunglück war ein Ventil am unterirdischen Wasserrohr, das bei Wartungsarbeiten wahrscheinlich nicht ordnungsgemäß behandelt worden war. Inwieweit die Familie Welponer von der Versicherung der Betreiberfirma entschädigt worden ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800096_image" /></div> <BR />Die in unmittelbarer Nähe der Welponer-Villa sich befindende St.-Johann-Kirche wurde auch nicht von den Wassermassen verschont. Sie liegt ebenfalls, wie der Bike-Shop Engl, unterhalb der Straße (etwa 80 Zentimeter), so dass das aus dem geborstenen Rohr schießende Wasser leichtes Spiel hatte. „Es war alles feucht, die Kirchenmauern haben das Wasser regelrecht aufgesogen. Gott sei Dank ist aber nichts zerstört worden, die Fresken konnten erhalten werden. Wir haben dann mittels einer Spezialfirma für eine ausreichende Trockenlegung gesorgt und den Fortgang beobachtet“, berichtet Domdekan Bernhard Holzer, der aber seinerzeit noch nicht für die Dompfarre zuständig war (Anm. d. R.: damals war der inzwischen verstorbene Kanonikus Johannes Noisternigg Domdekan). Es sei damals eine sehr komplexe Arbeit gewesen, die auch nicht zur völligen Zufriedenheit gelöst werden konnte, da das Feuchtigkeitsproblem im kirchlichen Bereich oftmals einen Dauerzustand darstelle. <BR /><BR />Es zeigten sich letztlich aber alle Betroffenen zufrieden, da keine Personen zu Schaden gekommen waren. <BR /><BR />Die Hochdruckleitung ist seit der Katastrophe stillgelegt. Das Kraftwerk Rendelstein befindet sich seitdem bei der St.-Anton-Brücke. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />