<b>Herr Peterlin, die Frage nach dem Wetter bewegt heutzutage die Welt. Hätten Sie erwartet, dass Ihre Arbeit einmal so wichtig werden würden?</b><BR />Dieter Peterlin: Ja, es hat sich in den vergangenen Jahren abgezeichnet. Es kam immer mehr Zuspruch, weil die Prognosen immer besser wurden. Vor 15 Jahren, als ich anfing, waren die Vorhersagen bei weitem nicht so gut wie heutzutage, wo sie alle ziemlich verlässlich sind. Das Interesse am Wetter steigt auch wegen der Klimathematik.<BR /><BR /><b> Als Landesmeteorologe sind Sie in Südtirol eine kleine Berühmtheit. Werden Sie oft auf der Straße angesprochen?</b><BR />Peterlin: Ich bekomme viel Feedback und werde von den Leuten oft angesprochen. Sie wollen wissen, wie das Wetter am Wochenende wird und ob man unbesorgt in die Berge gehen oder zum Gardasee fahren kann. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-63988196_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Fast alle wissen, wer Sie sind, über Sie selbst ist aber nicht viel bekannt. Wollten sie schon immer Meteorologe werden?</b><BR />Peterlin: Ja, die Meteorologie hat mich schon immer fasziniert. Als Bub habe ich gerne Gewitter beobachtet und dabei Blitze gezählt. Deswegen habe ich mich für das Studium Meteorologie an der Universität Innsbruck entschieden. Danach habe ich einige Zeit in Deutschland und England verbracht, bei einem privaten Wetterdienst in Wien gearbeitet, bevor ich nach Südtirol zurückgekehrt bin und den Job als Landesmeteorologe bekam. <BR /><BR /><BR /><b>Und seitdem sagen Sie das Südtiroler Wetter vorher ...</b><BR />Peterlin: Ja. Aus Messstationen auf der ganzen Welt werden Wetterkarten mit Computern generiert, die wir zugeschickt bekommen. Darauf wird auch Südtirol abgebildet. Diese Karten sind aber ziemlich grob. Unsere Aufgabe ist es, diese zu verbessern. In Südtirol ist das nicht einfach, weil das Wetter in jedem Tal sehr unterschiedlich sein kann. Oft gibt es selbst in den einzelnen Tälern noch Unterschiede. Das Studium und meine jahrelange Erfahrung erleichtern mir aber diese schwierige Aufgabe.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-63988531_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Lagen Sie schon mal so richtig daneben mit Ihrer Wetterprognose?</b><BR />Peterlin: Komplett daneben ist zum Glück selten geworden. Vor einigen Jahren ist es uns einmal passiert, dass wir Regen vorhergesagt hatten, aber am Ende schien die Sonne. Wir haben die Prognose daraufhin sofort angepasst. Es war aber trotzdem unangenehm: Kein Meteorologe will, dass seine Prognose daneben geht, auch wenn es in der Natur der Sache liegt, dass sie nicht immer ganz exakt zutrifft. Meistens lagen wir in den vergangenen Jahren richtig. Außerdem wissen wir auch, wie wahrscheinlich es ist, dass unsere Prognose eintritt. Das kommunizieren wir auch so.<BR /><BR /><b>Was machen Sie, wenn Sie nicht das Wetter vorhersagen?</b><BR />Peterlin: Den Ausgleich zu dem Beruf finde ich in den Bergen. Ich gehe gerne wandern, manchmal auch klettern. Im Winter hingegen gehe ich gerne langlaufen.<BR /><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="65fdb0529ed24a00155974c5" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genial.ly/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div> <BR /><BR /><BR /><b>Sie sehen aus erster Hand, wie sich das Klima in den letzten Jahren geändert hat. Machen Sie sich Sorgen um unsere Zukunft?</b><BR />Peterlin: Ja, schon, vor allem für die Kinder. Es ist in den vergangenen Jahren deutlich wärmer geworden – der vergangene Winter hat wieder einen Wärmerekord gebrochen. Wenn man sich tagtäglich mit Wetterdaten auseinandersetzt, geht es nicht anders, als sich Sorgen zu machen. Aber wir haben es noch selbst in der Hand, etwas daran zu ändern.<BR /><BR /><b>Sie haben also noch Hoffnung?</b><BR />Peterlin: Wir können den Klimawandel nicht mehr rückgängig machen, aber begrenzen schon. Die nächsten Jahre sind dabei entscheidend. Ob wir die Kurve aber kriegen, bleibt offen. Man müsste auf jeden Fall mehr für das Klima tun.<BR /><BR />