Dienstag, 12. Juli 2016

Landesrat Schuler zur Unwetterlage

Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler hat sich am Dienstagmittag in der Landesleitstellensitzung über die aktuelle Lage informiert. "Von den gestrigen Unwettern ist vor allem Langtaufers stark betroffen. Gemeinsam mit dem Straßendienst arbeiten wir auf Hochtouren daran, die Gefahrensituation zu entschärfen", hat der Landesrat betont.

Landesrat Schuler bei der Lagebesprechung mit Wolfram Gapp, Florian Schroffenegger und dem Kommandanten der Berufsfeuerwehr, Ernst Preyer - Foto: LPA/Landesagentur für Zivilschutz
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Landesrat Schuler bei der Lagebesprechung mit Wolfram Gapp, Florian Schroffenegger und dem Kommandanten der Berufsfeuerwehr, Ernst Preyer - Foto: LPA/Landesagentur für Zivilschutz

Nachdem Dienstagnacht zwei Muren die Landesstraße nach Langtaufers verlegt hatten, waren an die 200 Personen von der Außenwelt abgeschnitten. Der Straßendienst hat umgehend dafür gesorgt, dass die Straße bereits heute wieder befahrbar war. Weniger schnell lässt sich die Gefahr bannen, die vom Pedross- und Fallerbach beziehungsweise dem Karlinbach ausgeht, meldete das Landespresseamt am Dienstag.

"Der Karlinbach hat die Landesstraße teilweise unterspült und weggeschwemmt. Wir haben einen Bagger im Einsatz, um die Straße zu schützen", erklärte Mauro Spagnolo, Direktor im Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung.

Der Pedrossbach, der zum Teil durch einen Rohrdurchlass verläuft, hat sich einen neuen Weg gesucht und damit die Landesstraße übermurt. Das Wasser hat eine solche Kraft entwickelt, dass sämtliche im Jahr 1903 erbaute Sperren zerstört worden sind. "Mittlerweile haben wir das Rohr entfernt und arbeiten an einem provisorischen Übergang. Mit Hilfe eines Baggers befreien wir das Bachbett vom Material. Falls eine Mure kommt, sollte der neu geschaffene Platz ausreichen", erklärt der Amtsdirektor, der weitere Maßnahmen ankündigt.

Arbeiten auch am Fallerbach

Gearbeitet wird auch am Fallerbach, der beidseitig Murmaterial abgelagert hat. Um für eine weitere eventuelle Mure gerüstet zu sein, muss das Bachbett so schnell als möglich freigemacht werden. Zudem errichten die Arbeiter des zuständigen Landesamtes kleine provisorische Schutzdämme, damit die Straße nicht nochmals unterbrochen wird, so die Zuständigen in ihrer Aussendung.

Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord der Agentur für Bevölkerungsschutz hingegen ist im Ridnauntal im Einsatz, wo der Valtiglbach über die Ufer getreten ist und eine Gemeindestraße übermurt hat. Im Staudenbergbach muss eine Rückhaltesperre geräumt werden.

In Mühlbach waren wegen der Unwetter die Staatsstraße und der Radweg unterbrochen. Die Straße konnte mittlerweile wieder geöffnet worden, der Radweg ist noch gesperrt.

Stallersattel gesperrt

Der Stallersattel im Antholzertal ist wegen eines Murabgangs gesperrt. Ein Gashaus sowie zwei Gebäude sind nur von Österreich aus erreichbar. Wegen einer Mure geschlossen bleibt auch die Gemeindestraße zwischen St. Peter und dem Arnsteinhof im Ahrntal.

Am Sonntagabend hatten der Holer- und der Höllentalbach, zwei Zubringer des Zielbachs in der Gemeinde Partschins drei Brücken mitgerissen und damit elf Höfe von der Außenwelt abgeschnitten. Mittlerweile hat das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West zwei Behelfsbrücken errichtet, die allerdings nur für Notfälle gedacht sind. Die dritte Brücke im Bereich Wasserfall sollte morgen fertig gestellt sein.

Angelaufen sind die Arbeiten am Grabbach in der Gemeinde Algund. Aus dem Bachbett wird Material entnommen, um den Wasserabfluss gewährleisten zu können, meldete das Landespresseamt.

"Alfa" bleibt aufrecht

Am Montag hatte die Landesagentur für Bevölkerungsschutz angesichts der vorhergesagten Niederschläge mit lokal starken Gewittern die Aufmerksamkeitsstufe "Alfa" ausgerufen, damit sich die verschiedenen Einheiten und Einsatzkräfte auf eventuelle Ereignisse vorbereiten können. "Die Aufmerksamkeitsstufe bleibt aufgrund der angespannten Wetterlage aufrecht. Wir beobachten die Situation weiterhin genau, um für den Ernstfall gerüstet zu sein", sagt Günther Walcher, stellvertretender Direktor der Landesagentur für Bevölkerungsschutz.

stol/lpa

stol