<BR />Der Bildungsomnibus soll im Juni in den Landtag. Dass sein Zwischenstopp im Landesschulrat am Montagabend mit einem negativen Gutachten endete, kam unerwartet und ist zum Teil selbst verschuldet. Da zeitgleich der Koalitionsausschuss der Mehrheitsparteien im Landtag tagte, verabschiedete sich Landesrat Achammer nach 15 Minuten. Marco Galateo und Daniel Alfreider waren erst gar nicht erschienen. „Die Abwesenheit der Landesräte war nicht der Grund für das Nein, hat den Unmut aber verschärft“, sagt Vorsitzender Markus Dapunt.<BR /><BR />Er stellt klar, dass der Omnibus in weiten Teilen passe. Vorgesehen sei aber keine Einzelabstimmung über Artikel, sondern ein Gesamtgutachten. Negativ fiel es vor allem aufgrund von zwei Punkten aus: Die erwartete Mehrbelastung aufgrund des individuellen Bildungsplans (IBP), der künftig für Schüler mit mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache vorgesehen ist. IBP seien jetzt schon möglich, der Mehraufwand sei groß. Punkt zwei der Kritik ist die Vertretung von Lehrpersonen zur Sprachförderung im Klassenrat. Die Landesräte streuen Asche auf ihr Haupt. Man bedaure die Abwesenheit, werde aber vor Beschlussfassung in der Landesregierung erneut den Austausch mit dem Landesschulrat suchen. <BR /><BR />Inhaltlich seien individuelle Bildungspläne jetzt für Schüler mit Diagnose sowie für Kinder mit Migrationshintergrund möglich, die während des Schuljahrs in die Klasse kommen. „Wir möchten dies aber auf jene ausweiten, die keine ausreichende Kenntnis der Unterrichtssprache haben“, so Achammer. Dies sei ein Schutz für Lehrpersonen, weil damit auch Auflagen wie Kurse verbunden sein können. „Daraus erwächst aber kein Recht auf einen individuellen Bildungsplan. Es ist eine Kann-Bestimmung, über die der Klassenrat entscheidet.“ Dabei sei natürlich über personelle Ressourcen zu reden, die Sprachförderlehrer auszubauen.<BR /><BR />Organisatorisch sei es zwar nicht immer leicht, Sprachförderlehrer einem Klassenrat zuzuordnen, weil diese oft mehrere Klassen betreuen. „Andererseits ist nicht nachzuvollziehen, weshalb einer qualifizierten Lehrperson das Recht auf Mitwirkung im Klassenrat untersagt sein soll“, so Achammer. Man werde aber erneut das Gespräch und nach Lösungen suchen. <h3> Vorschlag: Schulzeugnis künftig nur mehr einmal im Jahr</h3>Beim Sprach-IBP sagte der Landesschulrat zwar Nein zu einem zentralen Punkt des neuen Bildungsgesetzes. Der „pädagogisch weitreichendste“ Punkt der Reform ist laut Landesrat Achammer aber die neue Möglichkeit, die Bewertungsabschnitte in der Schule von zwei auf einen zu reduzieren. Einfacher gesagt: Nur mehr ein Zeugnis am Schulende. Laut Achammer seien es vor allem die Eltern, welche zweimal im Jahr über den Leistungsstand ihrer Kinder informiert sein wollen. <BR /><BR />In Bozen experimentiere eine Oberschule aber bereits mit nur einer Bewertung im Jahr zu Schulende. Ergebnis: „Es fällt enorm viel Druck weg, eine bestimmte Anzahl von Noten zusammenbringen zu müssen. Bewertungszeit kann in Lehr- und Vorbereitungszeit fließen“, sagt Achammer. Ebenfalls im Bildungsomnibus enthalten ist der sogenannte individuelle Klassenrat. „Wir möchten den modularen Unterricht ausbauen“, so Achammer. Es gebe einen Kernbereich pro Fachrichtung, mit z.B. drei Modulen in Mathematik, die über das gesamte Biennium absolviert werden können. <BR /><BR />Das komme individuellen Lehrrhythmen entgegen und schaffe Platz für mehr Wahlfreiheit, wie z.B. Musik. Als Folge davon seien Klassenräte individueller zu gestalten, damit alle Lehrkräfte vertreten sind – auch die Musikprofessoren. „Über diese Punkte sowie zur Mitwirkungspflicht der Eltern laufen Gespräche mit Rom“, sagt Achammer. Während einmalige Bewertung und modularer Unterricht schon im Entwurf enthalten sind, ist dies bei der Mitwirkungspflicht noch nicht der Fall. Es gebe zwar eine politische Zusage des Ministers, aber noch keine seiner Beamten. Der Bildungsomnibus soll im Juni vom Landtag behandelt werden.