Die Südtiroler Betreuungs- und Pflegelandschaft steht vor einem Umbruch. Im Fokus der aktuellen Debatten steht die neue Ausbildung zur Krankenpflegeassistentin (KPA), die im kommenden Schuljahr 2026/2027 an den Landesfachschulen für Sozialberufe anläuft. Obwohl das Interesse groß ist und bereits zahlreiche Anmeldungen vorliegen, warnt der Landesverband der Sozialberufe vor den weitreichenden und teils ungeklärten Folgen für bestehende Berufsgruppen.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/neues-berufsbild-vieles-ungeklaert-rund-um-den-krankenpflegeassistenten" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Das Kernproblem liegt in der rechtlichen Natur der beiden Berufe.</a> Während die Krankenpflegeassistenz ein staatliches Berufsbild des Gesundheitswesens ist, bei dem das Land Südtirol kaum Spielraum zur Mitgestaltung hat, ist der Beruf der Sozialbetreuer ein regionales Berufsbild. Hier besitzt das Land die primäre Kompetenz.<BR /><BR />„Durch die zunehmende Erweiterung der Befugnisse der neuen Krankenpflegeassistenten überschneiden sich die Aufgabenfelder immer mehr. Besonders im Bereich der psychosozialen Unterstützung und Betreuung – eigentlich die Kernkompetenz der Sozialbetreuer – kommt es zu massiven Überschneidungen“, mahnt der Landesverband der Sozialberufe.<BR /><BR />Der Verband befürchtet, dass Sozialbetreuerinnen vor allem dort verdrängt werden könnten, wo Einrichtungen Kosten einsparen oder Personal möglichst flexibel und rein pflegeorientiert einsetzen möchten. Die spezifischen Stärken und Qualifikationen der Sozialbetreuung drohten dabei auf der Strecke zu bleiben.<h3> Verband fordert die 6. Gehaltsstufe</h3>Um einen fairen Wettbewerb der Berufsbilder zu garantieren und eine schleichende Verdrängung zu verhindern, drängt der Landesverband der Sozialberufe auf sofortige politische Maßnahmen. Nötig seien klare Abgrenzungen sowie eine gezielte Förderung der Kooperation zwischen den beiden Sparten.<BR /><BR />Die zentrale Forderung des Verbandes ist jedoch eine finanzielle und strukturelle Aufwertung: Wenn man die Sozialbetreuer in Südtirol nicht „ausbooten“ wolle, müsse das Berufsbild dringend überarbeitet, neu definiert und unbedingt in die 6. Gehaltsstufe angehoben werden. Nur so könne die bestmögliche Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in Zukunft ausgewogen gesichert werden.