Bäuerliche Familienbetriebe seien die beste Antwort auf die großen Herausforderungen der Landwirtschaft. Deshalb wolle der Südtiroler Bauernbund das UNO-Jahr nutzen, um auf die besondere Bedeutung der bäuerlichen Familienbetriebe hinzuweisen. Sie würden rund 70 Prozent der weltweiten Lebensmittel produzieren, nachhaltig und umweltschonend arbeiten, meinte Tiefenthaler am Samstag im Bozner Waltherhaus. "Da bäuerliche Familien in Generationen denken und die Höfe an die nächste Generation weitergeben, haben Grund und Boden einen anderen Stellenwert wie bei Großbetrieben“, erklärte er.In Südtirol komme zudem noch hinzu, dass die bäuerlichen Betriebe die Landschaft gestalten, Tradition und Brauchtum pflegen und den ländlichen Raum attraktiv halten würden. Nicht zuletzt schaffe die Landwirtschaft Tausende Arbeitsplätze.„Damit sind die bäuerlichen Familienbetriebe das erfolgreichste Betriebsmodell in der Landwirtschaft“, so Tiefenthaler.Bäuerliche Familienbetriebe im FokusÄhnliches würden auch die bäuerlichen Familienbetriebe in der Schweiz leisten, die mit verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen seit Jahren auf diese Leistungen aufmerksam machen.Anlässlich des heurigen „Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe“ haben auch der Südtiroler Bauernbund und die bäuerlichen Organisationen einige Initiativen geplant. "Beim Bauernhof-Sonntag am 25. Mai, einem Tag der offenen Tür, haben die Konsumenten die Gelegenheit, die Höfe und die bäuerlichen Familien näher kennen zu lernen und ihnen über die Schulter zu schauen“, erläuterte der SBB-Obmann. Weiters seien eine TV-Dokumentation über den Wandel der bäuerlichen Familien auf den Höfen, eine Wanderausstellung, ein Treffen von Bäuerinnen aus sechs Ländern und einiges mehr geplant. Günstige Rahmenbedingungen schaffenDa nur eine funktionierende Landwirtschaft all diese Leistungen erbringen könne, forderte Tiefenthaler auch zukünftig günstige Rahmenbedingungen gerade für die Berglandwirtschaft. „Die erschwerten Bedingungen am Berg müssen durch Unterstützungsmaßnahmen ausgeglichen werden.“Auch forderte er, endlich ernsthaft mit dem Bürokratieabbau zu beginnen. „Es kann nicht sein, dass Erntehelfer wegen drei Wochen Arbeit einen Arbeitssicherheitskurs besuchen müssen.“ Zudem forderte der Bauernbund-Obmann mehr Schutz von Grund und Boden. „In den letzten Jahren wurde täglich die Fläche eines Fußballfeldes verbaut. Hier fordern wir ein schnelles Umdenken. Auch sollten Sanierungen dem Neubau vorgezogen werden.“ Der ländliche Raum müsse attraktiv bleiben und eine Abwanderung verhindert werden.Goldenes Ehrenzeichen für Durnwalder SBB-Obmann Leo Tiefenthaler sowie seine Vorgänger Georg Mayr und Arthur Feichter dankten dem Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder für die über 40 Jahre, die Durnwalder auch im Interesse der Landwirtschaft tätig war. „Für dich war die Landwirtschaft immer ein Herzensanliegen.“ Als besondere Anerkennung erhielt Durnwalder das goldene Ehrenzeichen des Südtiroler Bauernbundes.Für die mustergültige Führung ihrer Höfe und den ehrenamtlichen Einsatz wurden die Familien Alois und Martina Siebenförcher, Alber in Sarnthein, Walter und Manuela Lechner, Außertreierhof in Steinhaus/Ahrntal sowie Hans Georg und Theresia Kofler, Ruaner, in Freienfeld, mit dem Bergbauernpreis 2014 ausgezeichnet. „Sie erhalten stellvertretend für die über 6.000 Bergbauern diese Auszeichnung. Sie ist eine Anerkennung für herausragende Leistungen für unser Land“, erklärte SBB-Obmann Leo Tiefenthaler. Den Preis stifteten die Raiffeisenkassen Südtirols.Dritter feierlicher Höhepunkt war die Überreichung des „Dr. Steinkeller“-Stiftungsbeitrages für den Erhalt der bäuerlichen Baukultur an die Familie Josef Bellutti aus Tramin. Sie habe Teile ihres bis ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Rynnhofes mustergültig saniert.