Landesvorsitzender Konrad Peer erklärte in seinem Tätigkeitsbericht, dass es vor vier Jahren sein Ziel gewesen sei, sich als KVW immer dann zu Wort zu melden, wenn eine soziale Schieflage festgestellt wurde. Und davon habe es in den vergangenen Jahren viele gegeben.„Der Katholische Verband der Werktätigen (KVW) bekommt es in seiner täglichen Arbeit mit Menschen mit, wann und wo Hilfe gebraucht werde. Die Krise sei mittlerweile deutlich spürbar, die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander und die Arbeitslosenzahlen steigen“, heißt es in einer Aussendung des Verbandes am Samstag.„Die Ansuchen um Arbeitslosengeld, die im Patronat KVW-ACLI gestellt werden, sind von Jahr zu Jahr deutlich gestiegen“, sagte Konrad Peer.Mit Erstaunen müsse man auch feststellen, dass eine Erwerbsarbeit in einer Vollzeitstelle oft nicht ausreiche, um nicht armutsgefährdet zu sein.Dies bestätigte auch Landesrat Richard Theiner in seinen Grußworten.Peer fordert Neuanfang bei Ausgaben des LandesKonrad Peer, der als Landesvorsitzender nicht mehr zur Verfügung steht, sich aber bereit erklärte, in den Landesgremien weiter mitzuarbeiten, forderte bei den Ausgaben des Landes einen Neuanfang. „Es muss neu verhandelt werden, wer Ansprüche hat und wie hoch sie sein dürfen“, so Peer.„Für den KVW haben drei Bereiche absoluten Vorrang:. Es sind dies die Gesundheit, die Bildung und das Sozialwesen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.Der Katholische Verband der Werktätigen werde weiterhin den Blick schärfen für die Problembereiche im Land, die in der öffentlichen Aufmerksamkeit unterbelichtet sind.„Wir werden Lobbyarbeit für die sogenannten kleinen Leute leisten und meinungsbildend tätig sein“, versprach der Landesvorsitzende.Theiner: „Verteilungskampf hat begonnen“Der Verteilungskampf habe begonnen, stellte Landesrat Richard Theiner fest. Er lobte den KVW dafür, dass er oft den Mut habe gegenzusteuern.Generalvikar Josef Matzneller versicherte, dass die soziale Frage ein Hauptthema der zweiten Synode der Diözese Bozen-Brixen sein werde.Als Bitte und Wunsch deponierte der Generalvikar, dass der KVW weiterhin das soziale Gewissen bleiben solle und der operative Arm der Ortskirche, der das ausführe und lebe, was das Evangelium vorgebe.„Am Sonntag nicht einkaufen“„Der Schutz des einkaufsfreien Sonntags war dem KVW in den vergangenen Jahren ein großes Anliegen“, heißt es in der Presseaussendung. „Mit Bedauern wurde festgestellt, dass der gesetzlich Schutz des Sonntags nicht gelingt.“Es sei daran appelliert worden, dass jeder Einzelne für den Schutz des Sonntags etwas tun könne, indem er nicht einkaufen gehe.Drei Resolutionen verabschiedetDie KVW Landesversammlung verabschiedete zudem drei Resolutionen zu den Themen Arbeit, Familie und Armut.Waltraud Deeg vom KVW Bezirk Pustertal forderte, dass Arbeit existenzsichernd sein müsse und ein Leben in Würde und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Außerdem müsse Arbeit ein würdiges und finanziell abgesichertes Leben im Alter sichern.Josef Bernhart, Vertreter des KVW Bezirks Vinschgau, verlas die Resolution zur Familie. Familienpolitik müsse umfassend sein und das Leben von Familien über Jahrzehnte im Blick haben und sich nicht auf die Kleinkindbetreuung konzentrieren. Für den KVW müssten die Fürsorgeleistungen für die Familie an das Kriterium der Bedürftigkeit gekoppelt sein.Der KVW Bezirk Bozen hat in einer Resolution zur Armut Stellung bezogen. Cornelia Ebner forderte, die bedarfsorientierte Grundsicherung positiv zu sehen, da sie ein wertvolles und wirksames Instrument zur Armutsbekämpfung sei. Die Beträge fürs Lebensminimum sollten angehoben werden und die Politik müsse sich darauf einstellen, dass der Bedarf noch steigen werde.Landesausschuss gewähltDie über 400 Ehrenamtlichen, die aus den 250 KVW Ortsgruppen im ganzen Land nach Bozen gekommen waren, wählten den KVW Landesausschuss.Ihm obliegen alle grundlegenden und richtungsweisenden Entscheidungen über Fragen der Verwaltung und Organisation des Verbandes. Insgesamt stellten sich 49 Kandidatinnen und Kandidaten der Wahl.Der neu gewählte KVW Landesausschuss setzt sich wie folgt zusammen: Werner Steiner, Konrad Peer, Helga Mutschlechner Holzer, Christian Bassani, Rosa Stecher Weissenegger, Maria Mayr Kußtatscher, Herbert Schatzer, Heinrich Fliri, Karl Heinz Brunner, Johann Wolfsgruber, Otto Platzgummer, Josef Girtler, Rosa Purdeller Obergasteiger, Goldwurm Steinkasserer Ursula, Renate Holzer, Maria Thaler Neuwirth, Olav Lutz, Margareth Fink, Anneliese Weiss Angerer, Antonia Maria Bergmeister, Ursula Thaler, Sivlia Adang Hanifle, Karl Tratter, Jakob Clement, Maria Auer Ralser, Günther Tragust, Hildeburg Brugger Haspinger, Notburga Pfitscher Gufler, Thomas Angerer, Andreas Lamprecht, Andreas Dorigoni, Adolf Pirpamer, Herbert Prugger, Martin Schönauer, Konrad Senoner