Sonntag, 17. November 2019

Landeswarnzentrum: Zivilschutzstatus Bravo bleibt

Der Zivilschutzstatus Bravo ist bestätigt: Dies wurde am Sonntagmittag im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz beschlossen. Wie heikel die Lage ist, zeigt auch ein Video einer gekappten Stromleitung im Pustertal.

Die Bewertungskommission im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz hat soeben beschlossen, den Zivilschutzstatus Bravo beizuhalten.
Die Bewertungskommission im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz hat soeben beschlossen, den Zivilschutzstatus Bravo beizuhalten. - Foto: © lPA/Maja Clara

In einem Wald bei Dietenheim stürzte ein Baum unter der Last des Neuschnees um und kappte eine Hochspannungsleitung. Augenzeugen filmten die brenzlige Situation.




Bei der Sitzung der Bewertungsgruppe am Sonntag im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde zu Mittag beschlossen, den Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) bis Montag Mittag beizubehalten, erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger.

Landesleitstelle mit Regierungskommissär und Landeshauptmann

Für 14 Uhr wurde die Landesleitstelle mit Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Regierungskommissär Vito Cusumano einberufen.

Verkehrswege auf der Höhe von Mauls unterbrochen

Auf der Höhe von Mauls ist um 10 Uhr eine Hochspannungsleitung auf Autobahn, Eisenbahngeleise und Staatsstraße gestürzt, jeglicher Verkehr ist demzufolge zwischen Brixen und Sterzing unterbrochen. Die Techniker sind vor Ort, um das Problem zu beheben.
Derzeit sind 37 Staatsstraßen und Landesstraßen unterbrochen, außerdem zahlreiche Nebenstraßen in höheren Lagen. Kurzzeitig unterbrochen war die Pustertaler Straße beim Kniepasseck wegen umgestürzter Bäume.

Lawine im Martelltal, Erdrutsch in St. Pauls

In St. Pauls ereignete sich um 8.20 Uhr ein Erdrutsch. Im Martelltal ist um 8.50 Uhr die Lawine Eberhöfer ins Dorf abgegangen, später folgte ein zweite.



Die Wettersituation: stürmischer Südwind

Bis in den späten Nachmittag hinein halten die teils starken Niederschläge an, erklärt Meteorologe Dieter Peterlin vom Landeswetterdienst, die Schneefallgrenze liegt sehr unterschiedidlich zwischen tiefen Lagen und 2000 Meter Höhe. Im Hochgebirge weht stürmischer Südwind, der stellenweise bis in die mittleren Höhenlage durchgreift.

12.500 Abnehmer waren mittags ohne Stromversorgung, auch Mobilfunknetze sind vielfach ohne Strom.

Zwischen Mitternacht und 6 Uhr wurden in der Landesnotrufzentrale 71 Einsätze verzeichnet, davon 60 sanitäre und 11 der Feuerwehren. Zwischen 6 Uhr und 12 Uhr wurden weitere 130 Feuerwehreinsätze und 30 Rettungseinsätze abgewickelt.

Kein Telefon: Gerätehallen der Feuerwehren geöffnet

Wo das Mobiltelefonnetz ausgefallen ist, sind die Gerätehallen der Freiwilligen Feuerwehren für die Bedürfnisse der Bevölkerung geöffnet.

Auf folgenden Seiten gibt es weitere Informationen zur Verkehrssituation, zur Wetterlage, zur

Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) ist die dritte Stufe der vierstufigen Skala und bedeutet, dass ein für den Zivilschutz relevantes Ereignis eingetreten ist, die Einsatzkräfte sind auf den Plan gerufen, alle Behörden im Zivilschutzsystem sind informiert. Der Voralarm wird ausgelöst, wenn ein Ereignis die Bevölkerung betrifft und einen koordinierten Einsatz erfordert. Das Landeswarnzentrum und die Einsatzzentralen halten Kontakt mit dem betroffenen Gebiet und setzen alle nötigen Maßnahmen, um die Gefahr für Gebiet und Bevölkerung einzudämmen.

lpa