Donnerstag, 28. Juli 2016

Landwirtschaft: Weniger Arbeitsunfälle in Südtirol

Gute Nachrichten hatte das nationale Unfallinstitut INAIL vor kurzem für Südtirol. Die Zahl der Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft sind 2015 - im Vergleich zu 2014 - um 10 Prozent zurückgegangen. Der Bauernbund führt dies auf die erhöhte Sensibilisierung für Arbeitssicherheit zurück.

"Gefahr erkannt, Unfall gebannt", schreibt der Südtiroler Bauernbund. - Foto: SBB
Badge Local
"Gefahr erkannt, Unfall gebannt", schreibt der Südtiroler Bauernbund. - Foto: SBB

15.027 Arbeitsunfälle wurden im Jahr 2015 in Südtirol in allen Sektoren gezählt. Auf die Landwirtschaft entfielen davon - zwischen Januar und Dezember 2015 - 2.148 Unfälle. Im Jahr zuvor waren es noch 2.382 Unfälle, im Jahr 2011 wurden sogar 2.564 gezählt, schreibt der Bauernbund am Donnerstag in einer Aussendung.

Die Zahl der festgestellten Berufskrankheiten ist ebenfalls rückläufig: Wurden 2014 noch 14 Krankheiten diagnostiziert, waren es im letzten Jahr um 10 Prozent weniger.

2015: 5 Tote

Auch die Unfälle mit tödlichem Ausgang gehen im langjährigen Durchschnitt zurück: In Südtirol kamen 2015 und 2014 jeweils fünf Menschen bei der Arbeit in der Landwirtschaft ums Leben. 2011 waren es noch sieben gewesen.

Tiefenthaler: "Sensibilisierungsmaßnahmen tragen Früchte"

Für Bauerbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler stimmt der Rückgang „zuversichtlich, auch wenn nach wie vor jeder Arbeitsunfall einer zu viel ist. Die Zahlen zeigen, dass die Sensibilisierungsmaßnahmen, die die Südtiroler Bauernjugend und der Südtiroler Bauernbund durchführen, Früchte tragen. Wir machen auf verschiedenste Weise, mit Kurzfilmen, mit Kampagnen in der SBB-Verbandszeitung ‚Südtiroler Landwirt‘, in Vorträgen u. a. auf den Ortsversammlungen auf die Gefahren in der Landwirtschaft aufmerksam und zeigen, wie man Unfälle vermeidet.“

Zudem sei der SBB behilflich, so Tiefenthaler weiter, wenn es um Anträge für eine finanzielle Unterstützung beim Kauf sicherer Maschinen gehe.  Ein wichtiger Baustein seien die Kurse, die die Weiterbildungsgenossenschaft im Südtiroler Bauernbund organisiert.

Kritik an überbordender Bürokratie

„Leider“, bedauert Tiefenthaler, „wird hier das rechte Maß überschritten. Die Auflagen, gerade was die Weiterbildung betrifft, haben mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das nicht zu mehr Sicherheit, sondern vor allem zu deutlich mehr Bürokratie führt. Die ganze Flut an Ausbildungen und die folgenden Auffrischungskurse sind trotz der hervorragenden Arbeit der Weiterbildungsgenossenschaft kaum mehr zu bewältigen.“

Gleiches gelte für die Revision der landwirtschaftlichen Maschinen. Tiefenthaler appelliert daher besonders in Richtung Rom, die Arbeitssicherheit durch sinnvolle Maßnahmen zu verbessern, anstatt Landwirte und landwirtschaftlichen Arbeiter mit immer neuer Bürokratie zu belasten, die nicht zu mehr Sicherheit beitrage.

stol

stol