Dienstag, 23. Januar 2018

Langtaufers: „Lage hat sich entspannt“

167 Personen, die meisten davon Touristen, mussten aufgrund der abgegangenen Lawinen und der andauernden Lawinengefahr am Dienstag aus Langtaufers evakuiert werden. Am Nachmittag gab der Bürgermeister von Graun Heinrich Noggler im Rahmen einer Pressekonferenz Entwarnung.

Bürgermeister Heinrich Noggler gab auf einer Pressekonferenz Einsicht in die Lage in Langtaufers. - Foto: DLife
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Bürgermeister Heinrich Noggler gab auf einer Pressekonferenz Einsicht in die Lage in Langtaufers. - Foto: DLife

Die Personen seien mittlerweile alle in Sicherheit gebracht worden, niemand kam bei den Lawinenabgängen zu Schaden. Die Gefahr ist bis auf Weiteres gebannt, jene Lawinen, die nicht von alleine ausgelöst wurden, wurden gesprengt.

Insgesamt wurden 167 Personen evakuiert, die meisten davon aus der Örtlichkeit Kappl. Nur 10 Einheimische mussten evakuiert werden, bei den meisten handelte es sich um Touristen aus Deutschland und Italien.

Rund 200 Einsatzkräfte

Im Einsatz standen 2 Hubschrauber des Militärs, einer der Carabinieri, einer der Finanzpolizei, der Rettungshubschrauber Pelikan 1, der die Örtlichkeit mit Medikamenten und Sauerstoff versorgte sowie ein Hubschrauber, der Erkundungstouren flog. 

Ebenso im Einsatz standen die Freiwilligen Feuerwehren von St. Valentin und Langtaufers, das Weißes Kreuz, die Notfallseelsorge, der Betreuungszug des Weißen Kreuzes, die Agentur für Bevölkerungsschutz, die Bergrettungen von Langtaufers und Reschen, die Berufsfeuerwehr, die Lawinenkommission, der Straßendienst und private Flugunternehmen, die Forstbehörde, Gemeindevertreter und die Ortspolizei. Insgesamt standen rund 200 Personen im Einsatz.

Ebenfalls vor Ort waren Landeshauptmann Arno Kompatscher, Zivilschutzchef Rudolf Pollinger und Regierungskommissär Vito Cusumano.

„Arbeiten unter Hochdruck, um Situation wieder zu normalisieren“

„Die Lage im Langtauferer Tal bleibt zwar weiterhin angespannt, ist aber dank der Einsatzkräfte unter Kontrolle“, berichtet Rudolf Pollinger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, der seit Dienstagmorgen vor Ort ist.

„Glücklicherweise“, ergänzte Landeshauptmann Kompatscher, „waren keine Toten und Verletzten zu verzeichnen; aber in Langtaufers sind ein Wohnhaus und die Erlebnisschule in Mitleidenschaft gezogen worden, und wir mussten einige Wohnhäuser und Beherbergungsbetriebe evakuieren lassen“. Alle Einsatzkräfte, unterstreicht er, arbeiteten unter Hochdruck, um die Situation möglichst bald wieder in den Normalzustand zurückzuversetzen. Zu hoffen sei, dass dabei auch das Wetter mitspielt und keine neuen Schneefälle erfolgen.

Probleme bereiteten hauptsächlich die zwei Lawinenstriche oberhalb der Örtlichkeiten Pizin und Kappl im Langtauferer Tal. Die Lawine oberhalb Pizin konnte mittlerweile gesprengt und damit die Gefahr durch einen Lawinenabgang eingedämmt werden. Derzeit bewertet die Lawinenkommission, ob auch die Lawine oberhalb von Kappl gesprengt werden soll.

Straßen wieder geöffnet, Stromversorgung wieder hergestellt

Eine Stunde nach der Staatsstraße auf den Reschen wurde am Dienstag um 13 Uhr auch die Landesstraße ins Schnalstal geöffnet.

Der Straßendienst hat mit der Schneeräumung zwischen St. Valentin auf der Heide und Grube begonnen. Aus Sicherheitsgründen kann die Straße nach Grube für den Normalverkehr noch nicht freigegeben werden.

Weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten bleibt – voraussichtlich für mehrere Tage – der Abschnitt Grube bis Talschluss. Bei Bedarf werden die Bewohner bis zur Öffnung der Straße mit dem Nötigsten versorgt. Die Stromversorgung konnte mittlerweile wiederhergestellt werden.

Weitere Infos zur Lawinengefahr und zum Verkehrsbericht auf den laufend aktualisierten Websites.

stol/liz/lpa

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stol