Brennholzhändler und Bauern, die im Nebenerwerb mit Brennholz handeln, schildern, wie schlimm die Lage wirklich ist. <BR /><BR />„Innerhalb September bekommen wir kein Laubholz – Buche, Steinbuche, Eiche usw. – mehr geliefert und die Preise sind bereits um 50 Prozent gestiegen“, sagt Brennholzhändler Stefano aus Sinich. „Die Nachfrage ist extrem hoch, sie hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt“, sagt der Meraner Bauer Hans P., der auch Brennholz verkauft.<BR /><BR />Der Ukraine-Krieg samt Gasverknappung durch Russland macht sich in den Stuben und Wohnzimmern bemerkbar und heizt die Nachfrage nach Ofenholz an. Zumal Laubholz zweifelsohne ein sehr gefragtes Brennholz ist, weil es dichter als Nadelholz ist und einen höheren Brennwert hat. „Dazu kommt, dass kaum jemand mehr Äpfelholz will, weil das gespritzt ist. Pizzerien wollen es auch nicht“, sagt der Meraner Bauer. Er bezieht sein Laubholz aus der Slowakei. „Dort haben sie Laubholz jede Menge. Mit unserem einheimischen Buchenholz könnte man den Bedarf nie decken. Laubholzlieferanten finden sich zudem in Kroatien, Bosnien und Rumänien. Heuer haben sie Februar, März den Verkauf gestoppt. Die erhöhte Nachfrage hat dann den Preis nach oben getrieben“, sagt Hans P. <BR /><BR />Er hätte heuer doppelt so viel Buchen-Brennholz verkaufen können wie vor einem Jahr. Umso mehr ärgert es ihn, wenn in manchen Beherbergungsbetrieben, „Holzöfen nur zur Show brennen. Da wird Holz verschwendet und das in der heutigen Zeit“, sagt er.<BR /><BR />Stefano aus Sinich pflichtet Hans P. bei. „Heuer ist es eine Katastrophe. Ich habe keine Bestände mehr und kriege einfach kein Laubholz mehr nachgeliefert – weder Buche noch Steinbuche oder Eiche. Und die Kunden, die sonst immer erst im September und Oktober, wenn es kälter geworden ist, angerufen haben, haben sich heuer viel früher gemeldet. Auch aus der Angst heraus ohne Holz für den Ofen zu bleiben“, sagt Stefano. Die Preise sind von 100 Euro je Kubikmeter Buchenholz im vergangenen Jahr auf 140, 150 Euro hinaufgeschnellt.<BR /><BR />Der Untermaiser Bauer Franz Z. hat hingegen „nie Holz zugekauft. Das Äpfelholz, das ich habe und das mit den kleinen Bäumen immer weniger wird, habe ich längst verkauft. Alles fertig. Dennoch melden sich noch 3, 4 Kundschaften täglich und die schicke ich dann zur Hauptgenossenschaft, zum Beikircher oder zum Inderst weiter“, sagt der Untermaiser Bauer. Auch bei den großen Handelsbetrieben haben die Preise angezogen. Ein Beispiel: Knappe 2 Kubikmeter Buche kosteten bei einem der Betriebe im Vorjahr noch 189 Euro, heuer sind es 300 Euro. „Die Energie ist teuerer geworden und der Holzpreis zieht mit“, heißt es in einem Meraner Betrieb, der auch Brennholz verkauft. <BR />