Dienstag, 26. April 2022

Laut EU-Behörde ECDC 190 bekannte Fälle von Kinder-Hepatitis

Im EU-EWR-Raum gibt es in bereits 10 Staaten 40 gemeldete Hepatitis-Fällen ungeklärter Ursache bei Kindern. Weltweit sind rund 190 derartige Erkrankungsfälle dokumentiert. Das sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Stockholm.

Erste Fälle in Österreich in Wien gemeldet. - Foto: © APA/AFP / JONATHAN NACKSTRAND

Die Zahlen seien eine Momentaufnahme, die Hintergründe der Leberentzündung weiterhin Gegenstand von Untersuchungen.

Der Ausbruch wurde erstmals Anfang April in Großbritannien gemeldet und ist inzwischen in mindestens zwölf Ländern weltweit festgestellt worden. Schwere Leberentzündung sind bei ansonsten gesunden Kindern selten. Mögliche Zusammenhänge mit Adenoviren werden gemeinsam mit der WHO untersucht, sagte die ECDC-Direktorin: „Bisher handelt es sich aber um reine Spekulationen“, denn auch wenn die Adeno-Viren ein auslösender Faktor sein könnten, könne man dies weder bestätigen noch widerlegen.

Bisher wurde kein Zusammenhang zwischen den Fällen und keine reisebedingten Ursachen festgestellt. Fest steht nur, dass eine Virus-Hepatitis A, B, C, D oder E jeweils ausgeschlossen ist. Für die WHO ist es etwa denkbar, dass Kinder nun anfälliger für Adenoviren sind, weil diese Erreger während der Pandemie weniger übertragen wurden. Außerdem wird der Hypothese nachgegangen, dass Zweifachinfektionen mit Adenoviren und dem Coronavirus eine Rolle spielen. Hepatitis als Nebenwirkung von Covid-Impfungen schließt die WHO aus: Die große Mehrheit der jungen Hepatitis-Patienten sei nicht einmal geimpft.

apa

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden