Die anhaltende Schlechtwetter-Prognose von Google sei „gerade mal jetzt wieder eklatant daneben und fernab von jeglicher Realität“. Sehr wohl sei sie auch geschäftsschädigend, weil sich potenzielle Gäste nun mal großteils über die erstbesten Online-Wetterdienste informieren.<BR /><BR />Es ist wohl eine Ironie dieser Geschichte, dass Pinzger ausgerechnet dort lebt, wo es laut Google bereits seit Tagen schütten und auch in den kommenden Tagen keine Wetterbesserung eintreten soll: in Schlanders. Dort führt der HGV-Präsident seinen Familienbetrieb und er ist auch direkt Betroffener von solchen arg danebenliegenden Prognosen. <BR /><BR />„Ich schaue gerade in einen stahlblauen Nachmittagshimmel, vereinzelt sind ein paar kleinere Wolken zu sehen“, gibt Pinzger beim gestrigen Anruf der „Dolomiten“ vor Ort Auskunft über das aktuelle Wetter in Schlanders. Ihm sei die anhaltende Schlechtwetter-Prognose von Google zugespielt worden, die sei „gerade mal jetzt wieder eklatant daneben und fernab von jeglicher Realität“. Sehr wohl sei sie auch geschäftsschädigend, weil sich potenzielle Gäste nun mal großteils über die erstbesten Online-Wetterdienste informieren. Hierbei wird besagtes grafisches Modell eben ganz obenauf gelistet. Wenn dort fast ausnahmslos graue Wolken und Regen zu sehen sind, dann wählen sie natürlich eine andere Destination. „Es ist nun mal so, dass immer mehr Leute spontan einen Kurzurlaub buchen, dabei spielt die Wettervorhersage eine entscheidende Rolle“, sagt Pinzger. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803708_image" /></div> <BR /><BR />„Gottseidank“, so Pinzger weiter „dürfen wir auch auf eine beträchtliche Stammkundschaft zählen, welche ihren Urlaub lange im Voraus bucht“. Gerade die Stammgäste seien oft über das schöne Wetter überrascht und gleichzeitig erfreut, dass sie eben doch zu Wanderungen aufbrechen können. Schließlich hatte Google schlechtes Wetter vorausgesagt. Ein Indiz dafür, welche Rolle die Wetterdienste in den Urlaubsplanungen spielen. <BR /><BR />Warum bloß kann der Internet-Gigant bzw. der Wetter-Anbieter „weather.com“ bei seinen Berechnungen derart danebenliegen? Eine plausible Antwort darauf gibt der in Marling ansässige Florian Schmalzl, hierzulande vielen bekannt als Betreiber von „Florians Wetterseite“ (über 50.000 Abonnenten). In einem Posting hat er auf die haarsträubende Prognose hingewiesen und diese damit erklärt, dass hierbei das kostenlose amerikanische Wettermodell als Datengrundlage genutzt werde. Dieses sei sehr grobmaschig und könne etwa nicht zwischen Berg und Tal unterscheiden. Es werde zwar in den nächsten Tagen täglich irgendwo in Südtirol nass werden, jedoch drohe kein Dauerregen wie man es auf den ersten Blick vermuten würde. Fazit von Schmalzl: „Je genauer der IST-Zustand bekannt ist – also je mehr aktuelle Messdaten wie Temperatur, Windverhältnisse, Feuchtigkeit etc. in die Computermodelle eingespeist werden – desto genauer fallen die Prognosen aus.“ <BR /><BR />Mit derlei Erkenntnissen wollten Südtiroler Tourismus-Exponenten bereits 2014 und 2015 bei den zuständigen Stellen intervenieren, aber die Bemühungen verliefen im Sande. „Wir haben es zunächst über den Landeswetterdienst versucht, dann auch über staatliche Stellen, aber es ist unglaublich schwierig, an Google ranzukommen“, räumt Pinzger ein. Dennoch müsse man in dieser Sache unbedingt wieder aktiv werden. <BR /><BR />Der Vollständigkeit halber: Bis Donnerstag sollen die sommerlichen Bedingungen in ganz Südtirol anhalten, lediglich am Abend ist ab und an mit einigen Regengüssen zu rechnen. Das besagt zumindest der Wetterdienst des Landes.