Mittwoch, 01. Dezember 2021

Lauter Knall in München: Fliegerbombe explodiert – Südtiroler berichtet

Bei einer Explosion auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in München sind nach Angaben der Feuerwehr 3 Menschen verletzt worden. Grund für die Explosion war eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das bestätigte die Polizei am Mittwoch. Ein Student aus Südtirol berichtete gegenüber STOL, dass die S-Bahn, mit der er gerade zur Uni fuhr, aufgrund der Explosion gestoppt wurde.

Großaufgebot der Einsatzkräfte im Zentrum von München: Feuerwehrleute, Polizisten und Bahnbedienstete stehen auf einem Bahngelände an der Donnersbergerbrücke.
Großaufgebot der Einsatzkräfte im Zentrum von München: Feuerwehrleute, Polizisten und Bahnbedienstete stehen auf einem Bahngelände an der Donnersbergerbrücke. - Foto: © APA/dpa / Sven Hoppe
Jedes Jahr werden in Deutschland unzählige Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Normalerweise läuft alles glimpflich ab und die Bomben werden entschärft. Auf einer Baustelle in München kam es aber nun zu einem schlimmen Unglück.

Bei der Explosion wurden mehrere Menschen verletzt. Die Detonation habe sich auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in der Nähe der Donnersbergerbrücke ereignet, teilte die Polizei mit. Dabei sei ein Mensch schwer verletzt worden, 2 weitere Personen leicht. Experten des Kampfmittelräumdienstes wurden in die Ermittlungen einbezogen.

Die betroffene Baustelle ist jene für die zweite S-Bahn-Stammstrecke, eines der großen Projekte in München. Die S-Bahnen auf der Stammstrecke wurden sofort angehalten, teils wurden sie evakuiert. Auch der Fernverkehr kam zum Erliegen. Züge stoppten am nächsten Bahnhof oder fuhren nicht aus dem Hauptbahnhof hinaus. Am Nachmittag rollte der Bahnverkehr wieder langsam an, rund zweieinhalb Stunden nach dem Vorfall. Die S-Bahn-Stammstrecke blieb allerdings vorerst weiter gesperrt, erklärte ein Bahnsprecher.

Ein Südtiroler Student in München, der gerade mit der S-Bahn auf dem Weg zur Universität war, berichtet gegenüber STOL, dass der Zug angehalten wurde und alle Passagiere aussteigen mussten: „Die Schaffnerin sagte durch, dass es an der Donnersbergerbrücke wohl eine Bombendetonation gab.“ Auch an seiner Uni, die in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes liegt, habe man über eine Detonation spekuliert.

Warum die Bombe nicht vorab entdeckt wurde, ist noch unklar. Normalerweise werde bei Bauarbeiten in der Münchner Innenstadt immer genau und regelmäßig sondiert, wo Blindgänger liegen könnten.
Der Bahnverkehr um den Münchner Hauptbahnhof wurde eingestellt. Das betreffe Fern- und Nahverkehr, sagte ein Bahnsprecher. Wie lange der Verkehr stillsteht, war zunächst unklar. Polizei und Feuerwehr rückten zu einem Großeinsatz aus.

Die Donnersbergerbrücke liegt unweit des Hauptbahnhofs im Zentrum Münchens auf der Stammstrecke der Münchner S-Bahn. Zahlreiche Feuerwehrwagen und rund 50 Einsatzkräfte waren vor Ort, ein Bundespolizeihubschrauber kreiste über der Gegend.

pho/dpa

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