Donnerstag, 28. April 2016

Lawine im Martelltal: Trauer um Karl Gruber (49)

Eine Spontanlawine hat am Donnerstagmorgen drei Südtiroler Skitourengeher im Martelltal überrascht. Während zwei Sportler unversehrt davonkamen, wurde der dritte von den Schneemassen mitgerissen und verschüttet. Innerhalb knapp einer Viertelstunde konnten die Kollegen den Mann bergen. Doch der 49-jährige Karl Gruber aus Mölten überlebte das Unglück nicht.

Karl Gruber ist tot: Die Lawine im Martelltal. - Foto: BRD
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Karl Gruber ist tot: Die Lawine im Martelltal. - Foto: BRD

Drei Skitourengeher aus Südtirol waren am Morgen im hinteren Martelltal zur Tour gestartet. Ersten Angaben zufolge hatten die drei die Lyfi-Spitze (3352 Meter) zum Ziel.

Auf einer Höhe von rund 3000 Metern kam es gegen 9.20 Uhr dann zum Unglück: Rund 40 Meter unterhalb des Gipfels - auch ca. 3300 Höhenmetern - löste sich, Angaben zufolge spontan, eine Lawine. Sie war 500 Meter lang und 200 Meter breit. Die Schneemassen überraschten die drei Wintersportler. Zwei entkamen der Lawine, der dritte Skitourengeher wurde mitgerissen und verschüttet. Umgehend begannen die beiden Kollegen mit der Kameradenrettung.

Kollegen bergen Kameraden: leblos

Der Rettungshubschrauber Pelikan 1, 15 Mann der Bergrettung Martell und Latsch, Hundeführer, die Freiwillige Feuerwehr von Martell, die Carabinieri und die Notfallseelsorge rückten zum Einsatz aus. Das Rettungsteam des Pelikan 1 flog direkt mit dem Notarzt zur Unglücksstelle.

Als die Einsatzkräfte dort ankamen, hatten die beiden Skitourengeher ihren Kameraden bereits gefunden und aus den Schneemassen befreit. Innerhalb knapp einer Viertelstunden hatten die beiden den Kollegen bergen können. Der Möltner war 1,5 Meter tief verschüttet worden. Er hatte das Bewusstsein verloren.

Erliegt seinen Verletzungen

Bei Eintreffen der Rettungskräfte hatten die Kollegen schon mit einer Herzdruckmassage begonnen, die Atemwege des Verschütteten waren frei. Die Retter des Pelikans übernahmen die Versorgung des Patienten. Unter automatischer Reanimation wurde der Verschüttete ins Bozner Spital geflogen. Doch: Der 49-Jährige Karl Gruber erlag seinen schweren Verletzungen. Der Möltner war Hüttenwirt auf der Kuhleitenhütte auf Meran 2000 und einer der erfolgreichsten Bergläufer Südtirols (STOL hat berichtet).

Erhebliche Lawinengefahr

Wie die Bergrettung Martell in einer Aussendung gegen Donnerstagmittag mitteilte, herrschte zum Zeitpunkt des Unfalles im betreffenden Gebiet Lawinenwarnstufe 3 - erheblich. "Vor Ort waren circa 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee durch starken Wind verfrachtet."

stol

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stol