Sie reagieren damit auf die Nachricht von den Ermittlungen der österreichischen Behörden. Die Staatsanwaltschaft geht der Frage nach, ob bis zur Bergung des Verschütteten (und später verstorbenen Niederländers) durch Kommunikationsschwierigkeiten über die Grenze hinweg wertvolle Zeit verloren gegangen war (STOL hat berichtet). „Wir wissen von den Ermittlungen nur aus den Medien. Mit uns hat noch niemand gesprochen“, sagt Tobias Folie (im Bild), Rettungsstellenleiter der Bergrettung im CNSAS Reschen. Diese war zusammen mit den Bergrettern von Langtaufers Freitagmittag verständigt worden, da im Gebiet von Maseben eine Lawine mit einem Verschütteten abgegangen sein soll. Als sich herausstellte, dass die Lawine im österreichischen Gebiet abgegangen war, wurden die Südtiroler Einsatzkräfte mitsamt Rettungshubschrauber und Hundeführer vom Einsatz abgezogen.„Doch wir sind nicht abgezogen, ohne uns vorher zu vergewissern, dass die Kollegen von Nauders dran sind“, so Folie. Er habe mit ihnen telefoniert und erfahren, dass sie bereits bei der Lawine seien.Informationen haben gefehltIn diesem Fall sei einzig die Informationslage, nicht aber die Abstimmung der Rettungs- oder Leitstellen (Leitstelle in Österreich und Landesnotrufzentrale in Südtirol) untereinander das Problem gewesen.„Zwischen Maseben und dem tatsächlichen Ort des Lawinenabganges liegen gar einige Kilometer, ja ein ganzes Tal dazwischen“, so Folie. Die Tourengeher, die die Alarmierung ausgelöst hatten, wussten anscheinend nicht, wo sie sich befanden – und so ging auf beiden Seiten die Suche los. „Es war gut, dass in diesem Fall auch wir alarmiert wurden, denn wenn dies- und jenseits der Grenze die Leute ausrücken, kommt man am ehesten zu einem positiven Ergebnis“, ist Folie überzeugt. Im Falle eines Großeinsatzes hätte man den österreichischen Rettern auch noch zu Hilfe eilen können."Keine Zeit vergeudet"„Es ist nicht recht, wenn es jetzt heißt, wir Südtiroler hätten Zeit vergeudet“.Dass Lawineneinsätze ein sensibles und von der Öffentlichkeit sehr wahrgenommenes Thema seien, dessen ist sich der Rettungstellenleiter vom Reschen bewusst. Doch die Bergrettung könne keine Wunder bewirken - und genau das erwarte man sich oft.„Hier ist es nicht angebracht, Schuldzuweisungen zu machen“, so Folie und damit für schlechte Blut zu sorgen. Man arbeite sehr gut mit den Kollegen von Nauders zusammen. „Die Grenze ist zwar da, doch wir kommen gut miteinander aus, wir machen auch gemeinsame Übungen eben für solche Notfälle“, berichtet der Rettungsstellenleiter.Er mache sich bezüglich rechtlicher Belange keine Sorgen. „Ich habe keine Angst, wir können nichts tun, außer helfen. Doch das sollte auch positiv angesehen werden“, so Folie.ker