Montag, 07. März 2016

Lawine in Sulden: "Mann hatte unglaubliches Glück"

Am Montagvormittag ist ein Mann in Sulden von einer Lawine erfasst und verschüttet worden. Ganze 50 Minuten musste der Bundesdeutsche unter dem Schnee ausharren. Das Unglaubliche: Er überstand es beinahe unbeschadet.

Der Bundesdeutsche, der von einer Lawine verschüttet wurde, wurde vom Hubschrauber Pelikan 1 ins Bozner Krankenhaus geflogen. - Foto: ww
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Der Bundesdeutsche, der von einer Lawine verschüttet wurde, wurde vom Hubschrauber Pelikan 1 ins Bozner Krankenhaus geflogen. - Foto: ww

Der 26-jährige Mann aus Deutschland war mit zwei Bekannten unterhalb der Vertainspitze nahe der Baumgrenze auf 2400 Metern mit Schneeschuhen unterwegs, als gegen 9 Uhr eine Lawine herabdonnerte. "Die Lawine wurde mit großer Sicherheit von der Gruppe ausgelöst", erklärt Olaf Reinstadler von der Bergrettung Sulden.

Während der Wintersportler, der den Anfang der Dreier-Gruppe bildete, nicht von der Lawine erfasst wurde, gerieten die beiden dahinter Gehenden unter die Schneemassen. Der Mittlere der Gruppe wurde nur teilverschüttet und konnte sich selbst befreien, der 26-Jährige wurde von einem Meter Schnee begraben. Zwar hatten alle 3 Schneewanderer Lawinensuchgeräte dabei, diese waren jedoch ausgeschaltet.

Die Rettungshubschrauber Pelikan 1 und Aiut Alpin Dolomites brachte die Männer der Bergrettung Sulden und Trafoi sowie die Feuerwehrmänner von Sulden zum Ort des Geschehens, wo sie, unterstützt von zwei Lawinensuchhunden, die Suche begannen. 

Als sie den Bundesdeutschen mit der Unterstützung von Hundeführer Harl Anton Pegoraro von der Bergrettung Taufers i.M. nach etwa zehnminütiger Suche fanden, hatte der Mann bereits 50 Minuten unter den Schneemassen ausgeharrt. 

"Glücklicherweise hatte der Mann sich die Hände vors Gesicht gehalten, als er von der Lawine erfasst wurde. Dadurch konnte er weiteratmen und war, als wir ihn fanden, noch bei vollem Bewusstsein. Außerdem ist der Druck in einem Meter Tiefe nicht sehr groß. Er hatte riesiges Glück", schildert Reinstadler.

Der 26-Jährige wurde wegen Unterkühlung mit dem Hubschrauber Pelikan 1 ins Krankenhaus von Bozen geflogen. Ebenso im Einsatz stand die Pistenrettung der Carabinieri.

stol/liz

stol