Sonntag, 11. Januar 2015

Lawine: Tödliches Unglück am Piz Boè

Am Sonntag ist es erneut zu einem tödlichen Lawinenunglück, diesmal auf der Südtiroler Seite des Piz Boè in der Sellagruppe, gekommen.

Foto: BRD Hochabtei
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Foto: BRD Hochabtei

Am frühen Sonntagnachmittag war am Piz Boè eine Lawine abgegangen.

Dabei waren vier Skitourengeher mitgerissen worden. Die Bergrettung Hochabtei, die Rettungshubschrauber Pelikan 2 und Aiut Alpin Dolomites sowie das Weiße Kreuz rückten umgehend aus, um die Sportler zu retten. Der Notruf war um 13.10 Uhr eingegangen.

Drei der Alpinisten konnten noch lebend geborgen werden: Zwei hatten sich nur leicht verletzt, ein Tourengeher zog sich Unterkühlungen und erhebliche Verletzungen zu. Er war von einer zwei Meter dicken Schneedecke verschüttet worden.

Die Verletzten wurden ins Krankenhaus von Bruneck geflogen.

Für Luca Valentin kam jedoch jede Hilfe zu spät: Der 31-Jährige aus Kolfuschg konnte nur noch tot geborgen werden.

"Situation war unberechenbar"

Der Einsatz der Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites und Pelikan 2 sei äußerst schwierig gewesen, erklärt ein Sprecher der Bergrettung im Gespräch mit STOL.

Der Wind habe teilweise mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern gewütet: "Nicht viele Piloten wären diesen Einsatz auf über 3000 Höhenmetern bei solchen Bedingungen geflogen."

Man habe die Wetterbedingungen wohl falsch eingeschätzt, erklärte der Sprecher. Am Morgen hätten ideale Bedingungen geherrscht, und plötzlich habe das Wetter umgeschlagen und es habe zu schneien begonnen.

"Der Neuschnee auf der harten, alten Schneeschicht ist sehr anfällig und ist wohl plötzlich losgeschossen", so der Sprecher des BRD.

"Es war unberechenbar."

liz

stol