Donnerstag, 19. Januar 2017

Lawine verschüttet Hotel in Mittelitalien - Mehrere Tote

Durch eine riesige Lawine ist Mittwochnachmittag in Farindola an einem Hang des Gran-Sasso-Massivs in der mittelitalienischen Bergregion Abruzzen ein ganzes Hotel verschüttet worden. 27 Menschen hatten sich zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs in dem Gebäude befunden. Mehrere Tote werden befürchtet. Bisher wurde ein Mann tot geborgen.

Der Einsatz der Rettungskräfte gestaltet sich schwierig.
Der Einsatz der Rettungskräfte gestaltet sich schwierig. - Foto: © LaPresse

Italienische Rettungsteams kämpften gegen die Zeit, um die verschütteten Menschen zu bergen. Die Lawine war nach einer Serie von Erdbeben mit einer Stärke von über 5 in der Gegend ausgelöst worden.
Zum Zeitpunkt des Lawinenabgangs befanden sich im Hotel 22 Gäste, darunter mindestens zwei kleine Kinder, sowie fünf Mitglieder des Personals. Zwei Menschen, die sich während des Unglücks im Freien aufgehalten haben sollen, wurden laut Medien gerettet.

„Hilfe, wir erfrieren!“

Sie hatten am Mittwochnachmittag per SMS um Hilfe gebeten. „Hilfe, wir erfrieren!“, hatte ein Überlebender geschrieben. Einer der beiden ist ein 38-jähriger Mann, der zum Unglückszeitpunkt zu seinem Auto gegangen war. Das rettete ihm das Leben. Seine Frau und sein Kind waren jedoch in dem Hotel.

Der 38-Jährige wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus der Adria-Stadt Pescara gebracht. Er war zwar schwer mitgenommen, jedoch nicht in Lebensgefahr, berichteten italienische Medien. In der Ortschaft Penne am Fuße des Gran Sasso-Massivs wurden unterdessen die Angehörigen der verschütteten Hotelgäste erwartet.

Hotel komplett verschüttet

Das Hotel sei komplett verschüttet. „Wir rufen, doch wir bekommen keine Antwort“, berichtete ein Mitglied eines der Rettungsteams, die in der Nacht auf Donnerstag nach einem stundenlangen Weg auf Skiern das Hotel erreicht hatten. Ihre Arbeit wurde durch einen Schneesturm erschwert. Die Gegend wird schon seit Tagen von heftigen Schneefällen heimgesucht. Rettungswagen steckten wegen des hohen Schnees neun Kilometer vom Hotel entfernt fest.

Das Hotel vor einigen Tagen. - Foto: Facebookaccount Hotel Rigopiano/Screenshot

Der Gran-Sasso-Berg ist ein Gebirgsmassiv in den Abruzzen. Der höchste Gipfel ist der Corno Grande mit 2.912 Metern. An seiner Nordseite befindet sich der südlichste Gletscher Europas, der Calderone-Gletscher.

Der Gran Sasso ist für Wintersportler ein beliebtes Urlaubsziel.

Mittelitalien im Chaos

Erdbeben und heftige Schneefälle haben Mittelitalien am Mittwoch ins Chaos gestürzt. Vier Erdstöße mit Magnituden zwischen 5,3 und 5,7 in kurzer Folge in Tiefen von sieben bis 40 Kilometern haben am Vormittag die Region erschüttertet. In dem Gebiet hatten sich bereits im August und im Oktober schwere Beben ereignet, bei denen rund 300 Menschen starben.

Wegen der neuen Erdstöße kam ein Mann ums Leben. Ein weiterer Mann wurde wegen einer Lawine in Campotosto vermisst, die ebenfalls von der Erdbebenserie ausgelöst wurde.

apa

stol