Sonntag, 15. Dezember 2019

Frau (62) stirbt unter Lawine auf der Seiser Alm

Auf der Seiser Alm hat sich kurz nach Mittag nahe dem Goldknopf eine größere Lawine gelöst. Dabei wurde eine in Bozen wohnhafte 62-jährige Frau verschüttet. Die Rettungskräfte konnten sie zwar relativ rasch orten und bergen. Das Leben der Verschütteten konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Der Leichnam der verschütteten Frau wurde vom Hubschrauber des Aiut Alpin nach Seis geflogen.
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Der Leichnam der verschütteten Frau wurde vom Hubschrauber des Aiut Alpin nach Seis geflogen. - Foto: © BRD Seis

Kurz vor 13 Uhr wurde Alarm geschlagen: Auf der Seiser Alm war zwischen der Bergstation der Goldknopf-Bahn und dem sog. Hundskopf eine etwa 50 Meter breite und 300 Meter lange Lawine abgegangen und hat eine Frau erfasst, mitgerissen und verschüttet.

Sofort wurden die Bergrettung, ein Finanzer samt Suchhund, die Carabinieri und auch die Freiwillige Feuerwehr Seiser Alm losgeschickt, um die Schneemassen abzusuchen. Auch die Rettungshubschrauber Pelikan 1 und jener des Aiut Alpin flogen zur Seiser Alm.

Frau war mit Nachbarin unterwegs

Die Verschüttete – die 62-jährige, in Bozen wohnhafte und in Bruneck geborene M.V. – war gemeinsam mit einer Nachbarin unterwegs, als sich das Unglück ereignete. Ersten Angaben zufolge war die Nachbarin mit Tourenskiern vorangegangen und von der Lawine verschont geblieben. Ihre Freundin, die mit Schneeschuhen unterwegs war, wurde hingegen voll erfasst und verschüttet.

Freundin grub mit bloßen Händen nach der Verschütteten

Da der Wanderstock der Verschütteten aus dem Schnee ragte, wusste ihre Freundin, wo suchen. Mit bloßen Händen versuchte sie verzweifelt, die Verschüttete zu befreien. Da diese aber von einer etwa einen Meter dicken Schneeschicht verschüttet war, schafften es erst die Bergretter mit Ausrüstung, die Frau zu bergen.

Die Bergrettung und auch der Notarzt versuchten zwar noch, die Frau wiederzubeleben, aber vergebens. Die Frau war bereits tot. Mit dem Hubschrauber des Aiut Alpin wurde sie nach Seis geflogen.

Die Notfallseelsorge kümmerte sich um die verständlicherweise schwer gezeichnete Freundin der Verschütteten.

Am Samstag Lawinenabgang in Ulten

Erst am Samstag wurde am Flimjoch in Ulten ein Tourengeher von der Lawine verschüttet worden. Er konnte allerdings unterkühlt gerettet werden.

ds/ih