Donnerstag, 10. März 2016

Lawinenübungscamps nutzen: Den Notfall üben

Eine gute Schneelage, aber eine erhebliche Lawinengefahr herrscht derzeit in ganz Südtirol. Vor allem Skitourengeher und auch Schneeschuhwanderer sollten daher nicht unvorbereitet ins Gelände gehen. In Südtirol bieten sechs Lawinenübungscamps die Möglichkeit, Kameradenrettung zu trainieren.

Lawinenübungscamp Pfelders, Nähe Bergstation Grünboden – Foto: Skilift Pfelders GmbH
Badge Local
Lawinenübungscamp Pfelders, Nähe Bergstation Grünboden – Foto: Skilift Pfelders GmbH

"Die Lawinengefahr richtig einzuschätzen, ist entscheidend für die Sicherheit bei der Ausübung von Wintersport im freien Gelände", betont Landeshauptmann Arno Kompatscher, "allerdings ist diese Sicherheit nie absolut; deshalb ist es ratsam, das Verhalten bei Lawinenabgängen und den Umgang mit Lawinensuchgeräten einzuüben."

In Südtirol bieten sechs Lawinenübungscamps in den Skigebieten Ladurns, Pfelders, Piz Sella, Plose, Sexten und Sulden diese Möglichkeit. In diesen Lawinenübungscamps können Wintersportler und Interessierte kostenlos die korrekte Handhabung elektronischer Lawinensuchgeräte testen und üben. Zudem sind dort Lawinensuchübungen mit Suchgeräten der verschiedensten Hersteller möglich.

Einige Skigebiete stellen auch technisches Leihmaterial zur Verfügung. Die Übungsfelder auf durchschnittlich 2000 Metern Höhe (1900 bis 2800 Metern) sind gekennzeichnet und mit Informations- und Hinweisschildern ausgestattet. Die Camps wurden von den Skigebietsbetreibern eingerichtet und vom Land Südtirol mitfinanziert. 

Tourengeher aufgepasst! 

Besonders angesprochen sind Tourengeher und Schneeschuhwanderer, die an den dort eingerichteten Checkpoints auch ihre Suchgeräte überprüfen können. Sie sollten nicht nur ihre Tour gut vorbereiten und dabei den Lawinenlagebericht beachten, sondern sich auch korrekte Verhaltensmuster für Notsituationen einprägen und die Kameradenrettung üben.

Solche Fertigkeiten in der Lawinenrettung sind aber für alle hilfreich, die Wintersport im freien Gelände ausüben.

"Es sind die ersten 15 Minuten, die über das Überleben eines Verschütteten entscheiden", gibt Landeshauptmann Kompatscher zu bedenken, der in der Landesregierung auch für das Alpinwesen zuständig ist. In diesen Minuten muss der Verschüttete, der ja meistens weniger als einen Meter unter dem Schnee begraben ist, gefunden und befreit werden. Wenn ein Nichtverschütteter vorbereitet ist, kann er sofort mit Ortung und Befreiung beginnen und möglicherweise Leben retten.

lpa

stol