Lebenslängliche Haft und 3 Monate Haft in einer Einzelzelle: So lautet das Urteil des Mailänder Schwurgerichts für Alessandro Impagnatiello, den 30-jährigen Barkeeper, der seine schwangere Lebensgefährtin Giulia Tramontano mit 37 Messerstichen ermordet hat. <BR /><BR />Am Internationalen Tag zur Bekämpfung der Gewalt an Frauen verlas Gerichtspräsidentin Antonella Bertoja das Urteil, das Impagnatiello des vorsätzlichen Mordes, des Verbergens einer Leiche und des Schwangerschaftsabbruchs für schuldig befand. <BR /><BR />Der ehemalige Barkeeper wurde außerdem zur Zahlung einer Entschädigung von 700.000 Euro an die Familie Tramontano verurteilt. Tramontanos Mutter und Schwester, die im Gerichtssaal anwesend waren, umarmten sich am Ende des Urteils unter Tränen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1100703_image" /></div> <BR /><BR />In dem mit Journalisten und Schaulustigen gefüllten Gerichtssaal drückten die Verwaltungsbeamten des Gerichts ihre Verbundenheit mit der Familie der ermordeten Frau aus, indem sie der Mutter des Opfers einen Strauß weißer Rosen mit der Aufschrift „In Gedenken an Giulia und ihr ungeborenes Kind“ überreichten.<h3> 10 Monate Prozess und dutzende Zeugenanhörungen</h3>Der Antrag der Staatsanwältin Alessia Menegazzo und der stellvertretenden Staatsanwältin Letizia Mannella, die die Ermittlungen der Carabinieri koordiniert hatten, wurde am Ende einer langen Anklageschrift verlesen. 10 Monate lang dauerte der Prozess gegen Impagnatiello, dabei wurden Dutzende Zeugen befragt. Das Gericht hatte eine psychiatrische Untersuchung angeordnet, aus der hervorgegangen war, dass der Barkeeper zurechnungsfähig ist. <BR /><BR />„Wir haben eine Tochter verloren, ein Enkelkind, wir haben unser Leben verloren. Unsere Kinder werden ein Leben lang von diesem Schmerz gezeichnet sein“, kommentierte Loredana Femiano, die Mutter von Giulia Tramontano, das Urteil. „Was wir verloren haben werden wir nie zurückbekommen. Heute haben wir nicht gewonnen, wir haben in allem verloren“, kommentierte Tramontanos Vater Franco. <h3> Mord mit 37 Messerstichen</h3> Impagnatiello hatte Giulia Tramontano am 27. Mai 2023 in der gemeinsamen Wohnung in Senago bei Mailand getötet. Schon ab Dezember 2022 hatte er versucht, Giulia zu vergiften, während er zugleich eine Beziehung zu einer jungen englischen Kollegin einging. <BR /><BR />Laut dem Ergebnis der Autopsie soll Impagnatiello Giulia Tramontano von hinten angegriffen und ihr mit dem ersten der insgesamt 37 Messerstiche die Halsschlagader durchtrennt haben, wodurch ein Schreien des Opfers um Hilfe verhindert wurde . Laut seinem eigenen Geständnis hatte Impagnatiello anschließend versucht, die Leiche in der Badewanne zu verbrennen.