Mittwoch, 03. Juni 2020

Leck in russischem Kraftwerk: 20.000 Liter Diesel ausgelaufen

Wegen eines Lecks in einem Kraftwerk in Russland am Nordpolarmeer sind mehrere tausend Liter Diesel in die Natur gelangt. Kremlchef Wladimir Putin wies den Zivilschutz am Mittwoch an, umgehend Maßnahmen zu erarbeiten.

Das Leck  ist in Norilsk, einem Arktischen Schutzgebiet, entstanden (Symbolbild).
Das Leck ist in Norilsk, einem Arktischen Schutzgebiet, entstanden (Symbolbild). - Foto: © APA/afp / IRINA YARINSKAYA
„Es ist notwendig, jetzt so schnell wie möglich zu reagieren – jetzt sofort“, sagte der Kremlchef bei einer Besprechung mit den Behörden in Moskau. Putin stufte den zuvor für die sibirische Industriestadt Norilsk ausgerufenen Notstand zu einem Fall von nationalem Ausmaß hoch.

Rund 20.000 Liter Diesel sind nach Behördenangaben aus dem Wärmekraftwerk nahe Norilsk mit rund 175.000 Einwohnern in die Flüsse Daldykan und Ambarnaja ausgelaufen. Das Leck war bereits Ende Mai entstanden. Putin kritisierte die Behörden scharf, zu langsam reagiert zu haben und nicht umgehend informiert worden zu sein.

Das Kraftwerk gehört zu einem der weltgrößten Nickelhersteller Norilsk Nickel. Das Unternehmen betonte, die Lage sei unter Kontrolle. Das Leck sei entstanden, weil ein Tank beschädigt worden sei. Dieser sei von Stützen gehalten worden, die jedoch im Boden absackten. Dutzende Mitarbeiter und auch Spezialisten seien bereits an der Reinigung der Flüsse und Wege beteiligt.

Das staatliche Ermittlungskomitee habe zudem eine Untersuchung wegen Umweltverbrechen und Zerstörung des Bodens eingeleitet, teilte die Behörde mit. Man sei erst auf das Leck aufmerksam geworden, als in der Nähe des Kraftwerks Öl auf der Fahrbahn entdeckt wurde. Zudem habe ein vorbeifahrendes Auto Feuer gefangen.

Die Umweltschützer der Organisation WWF warnten vor einer Katastrophe. Mit speziellen Ölsperren haben man zwar die Ausbreitung eindämmen können. „Das bedeutet aber nicht, dass die Giftstoffe nicht in das Wasser des nahe gelegenen Sees gelangt sind“, sagte der WWF-Experte Alexej Knischnikow. Diese könnten das sensible Ökosystem des Großen Arktischen Schutzgebietes gefährden.

dpa

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