Nun ist offen, ob und wie das Pilotprojekt umgesetzt werden kann. <BR /><BR />Ausgangspunkt der Überlegungen ist die derzeitige Situation im neuen Seniorenwohnheim der Bezirksgemeinschaft Wipptal in Sterzing. Obwohl die Nachfrage nach Heimplätzen hoch ist, sind etwa 40 Betten wegen Personalmangels nicht belegt. <h3> Mangelnde Auslastung bedeutet höhere Kosten </h3>Die mangelnde Auslastung bedeutet für die Wipptaler Gemeinden auch höhere Kosten. Um darauf zu reagieren, wurde vorgeschlagen, zehn dieser freien Betten vorübergehend für das Modell „Betreutes Wohnen Plus“ zu nutzen. <BR /><BR />Dieses Angebot richtet sich an Menschen ab 65 Jahren und ist zwischen dem klassischen Betreuten Wohnen und einem Seniorenheim angesiedelt. Die Bewohner leben dabei in eigenen Wohneinheiten und können bei Bedarf auf Betreuungs- und Pflegeleistungen zurückgreifen. <h3> Betreuungsaufwand wäre geringer</h3>Im Unterschied zum Seniorenheim ist der Betreuungsaufwand geringer, da sich das Angebot vor allem an Personen mit niedrigeren Pflegestufen richtet. Laut Bezirkspräsident Martin Alber könnte damit gleichzeitig die Auslastung der bestehenden Struktur verbessert und der wachsende Bedarf nach flexibleren Wohnformen für ältere Menschen gedeckt werden.<BR /><BR />Das Land hat dem Vorhaben bereits zugestimmt, ebenso die Gemeinderäte von Ratschings, Pfitsch, Franzensfeste, Brenner und Freienfeld.<h3> Gemeinderat Sterzing sagt Nein</h3>Aus Sterzing kommt hingegen ein Nein: Der Gemeinderat hat bei seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich gegen das „Betreute Wohnen Plus“ im Seniorenwohnheim gestimmt. <BR /><BR />Die vier SVP-Gemeinderäte und Melanie Ploner stimmten für das Vorhaben, Chiara Martorelli und Christine Eisendle enthielten sich der Stimme, während die übrigen neun Gemeinderäte dagegen stimmten. <h3> Bedenken, dass Plätze blockiert sein könnten</h3>Als Hauptgrund wurden Bedenken genannt, dass die für „Betreutes Wohnen Plus“ vorgesehenen Plätze im Bedarfsfall nicht rasch genug wieder für das Seniorenheim zur Verfügung stehen könnten. <BR /><BR />Die Befürworter des Projekts um SVP-Gemeinderätin Evi Frick hatten hingegen betont, dass es sich um eine zeitlich begrenzte und flexible Lösung handle. Auch bei steigendem Pflegebedarf sei ein Übergang der Bewohner ins Seniorenheim oder eine Verlegung in andere Einrichtungen möglich.<h3> Ball liegt bei der Bezirksgemeinschaft</h3> Nach dem Nein aus Sterzing liegt der Ball nun bei der Bezirksge<BR />meinschaft. Sie muss klären, wie mit den unterschiedlichen Beschlüssen in den Gemeinden umzugehen ist und ob es dennoch Wege gibt, „Betreutes Wohnen Plus“ im Bezirk einzuführen.