Freitag, 18. Januar 2019

Lega-Politiker Pancheri bezeichnet Homosexuelle als „finocchi“

Der Bozner Lega-Gemeinderat Kurt Pancheri ist am Donnerstag während der Bozner Gemeinderatssitzung mit homophoben Aussagen negativ aufgefallen. Er bezeichnete Homosexuelle als „finocchi“, was im italienischen Sprachgebrauch ein Schimpfwort für Schwule darstellt.

Kurt Pancheri bezeichnete Homosexuelle als „finocchi“.
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Kurt Pancheri bezeichnete Homosexuelle als „finocchi“. - Foto: © D

Die abfällige und schwulenfeindlche Bemerkung Pancheris erfolgte während der Debatte über die Regelung gegen sexistische und diskriminierende Werbung im Gemeindegebiet von Bozen. Gegen eines dieser sexistischen Werbeplakate, das in der Industriezone von Bozen für Unmut sorgt, wurde von verschiedenen Organisationen protestiert. Darunter auch ein LGBT-Verein. (LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) 

Pancheri sprach über den Sachverhalt wie folgt: „In quell’occasione aveva protestato l’associazione di….quelli lì, come si chiamano…adesso non voglio usare un termine…dei „finocchi“si può dire? Ecco, sì, loro. Non è offensivo.“ 

Centaurus verlangt Entschuldigung

Die schwul-lesbische Initiative Centaurus antwortet in einer Aussendung auf die schwulenfeindliche Bemerkung des Gemeinderates der Lega Kurt Pancheri während der Bozner Gemeinderatssitzung mit folgenden Worten: „Drittklassige Wortwahl und homophobe Beleidigung gegenüber LGBT-Vereinen seitens eines Gemeinderates während einer offiziellen Sitzung im Saal einer Institution ist intolerabel und wir sagen es dem Herrn Kurt Pancheri klar, genauso allen Parteien und Institutionen: Wir werden gegenüber diesen Angriffen weder still noch stillstehend sein.“

Respektvoller Umgang gefordert

Centaurus verlangt eine sofortige Entschuldigung. „Wir als Verein Centaurus Südtirol sind gegen Homo-Bi-Transphobie und Diskriminierung und uns voll bewusst, dass diese Formen von Hass einzig und allein durch die Verbreitung der Kenntnis und der Kultur des Respektes bekämpft werden können: Dies gilt in jedem Bereich: in der Schule am Arbeitsplatz, in der Familie. Daher darf von den Bänken der Politik erst recht keine Form von Beleidigung, Hetze oder Stigmatisierung kommen“, so der Verein abschließend. 

Bessone meldet sich zu Wort

Entschuldigt hat sich am Freitag Pancheri nicht. Sein Parteifreund Massimo Bessone hingegen meldete sich am Freitagabend in einer Aussendung zu Wort. Darin erklärt er, dass die Wortwahl Pancheris nicht die Einstellung oder Meinung der Lega widerspiegle, sondern dies die Ansicht eines Einzelnen sei. Diese Einstellung werde weder von Bessone selbst, noch von der Partei geteilt. Bessone entschuldigt sich bei allen betroffenen Personen, die durch die Aussage angegriffen oder verletzt worden sind.

Pancheri erklärt sich

Am Samstag hat Kurt Pancheri die gegen ihn gerichtete Anschuldigung der Homophobie zurückgewiesen. Er erklärte, es sei ihm einfach kein anderer Begriff eingefallen.

stol/vs

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