Mittwoch, 21. Juli 2021

Lega-Politiker schießt auf Marokkaner und verletzt ihn tödlich – War es Notwehr?

Ein Schuss aus der Waffe des Lega-Politikers und bekannten Anwalts Massimo Adriatici hat am Dienstagabend einen 39-jährigen Marokkaner tödlich getroffen. Adriatici wurde festgenommen und am Mittwoch unter Hausarrest gestellt, teilte die Polizei mit. Er beteuert, der Schuss habe sich von selbst gelöst.

Der Lega-Politiker wurde nach der Tat unter Hausarrest gestellt.
Der Lega-Politiker wurde nach der Tat unter Hausarrest gestellt. - Foto: © Ansa
Zwischen Adriatici, einem ehemaligen Polizisten, der für die öffentliche Sicherheit in der lombardischen Stadt Voghera verantwortlich ist, und dem Marokkaner war vor einer Bar an der Piazza Meardi ein Streit entflammt.

Wie der „Corriere della Sera“ berichtet, war der 39-jährige Mann aus Marokko den Ordnungshütern in Voghera wohlbekannt: Schon mehrmals war er wegen verschiedener Delikte im Zusammenhang mit Drogen belangt und auch des Landes verwiesen worden – was jedoch nie umgesetzt wurde.

Ersten Ermittlungen zufolge hatte der Mann aus Marokko am Dienstagabend im trunkenen Zustand begonnen, die Gäste im Lokal zu belästigen und um Geld zu betteln.

Massimo Adriatici war dazwischen gegangen und hatte ihm nahegelegt, sich zu entfernen, woraufhin der Marokkaner den ersten Stoß versetzt haben soll.

Beim zweiten Stoß – so berichtet der „Corriere“ weiter – sei Adriatici gestürzt, wobei sich aus Versehen ein Schuss aus dessen Waffe gelöst haben soll und den Marokkaner in die Brust traf.

Der 39-Jährige wurde anschließend ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand, der anfangs nicht besorgniserregend schien, verschlechterte sich in der Nacht, am Mittwochmorgen erlag er schließlich seinen Verletzungen.

Die Justizbehörden untersuchen den Fall. Auch Lega-Chef Matteo Salvini meinte, Adriatici könnte aus Notwehr gehandelt haben.

apa/stol