Walter Prantner ist an einer Lungenentzündung gestorben, die durch eine Legionellen-Infektion hervorgerufen wurde. Damit hat sich derVerdacht der Ermittler erhärtet, dass der Legionellose-Befall in Prantners Wohnung für seinen Tod verantwortlich sein könnte. Um endgültige Gewissheit zu haben, ordnet Staatsanwalt Benno Baumgartner jetzt einen genetischen Abgleich zwischen dem Legionellenstamm in den Rohren derHäuser der Reschenstraße Nr. 28 bis 34 in Bozen und jenem, der Prantners Tod verursacht hat, an.Mit Hilfe von Prantners Verwandten und Bekannten wollen die Ermittler nachvollziehen, wo sich der 61- Jährige in den letzten zehn Tagen vor seinem Tod – was der maximalen Inkubationszeit entspricht – aufgehalten hat. So soll geklärt werden, ob Prantner sich die Infektion möglicherweise andernorts zugezogen haben könnte. Überprüft wird auch die Regelmäßigkeit und Gewissenhaftigkeit bei der Wartung der Heizungszentrale und des Leitungsnetzes in den betroffenen Gebäuden. Eine spezifische Überprüfung auf Legionellenbefall ist für Private vomGesetz her aber nicht Pflicht – anders für öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Spitäler, Altersheime, Schwimmbäder oder Hotels.Ärzte sind unschuldigEine Mitverantwortung der Ärzte im Bozner Spital schließt der Staatsanwalt aus. Walter Prantner wurde am 2. September um 14.35 Uhr stationär aufgenommen, um 16 Uhr verschied er. In diesem Zeitraum wäre es rein medizintechnisch unmöglich gewesen, einer möglichen Legionellen-Infektion auf die Spur zu kommen.Laut Hygienedienstleiter Josef Simeoni bestand bei Walter Prantner, der nach einem Lungentumor in chemotherapeutischer Behandlung war, ein hohes Infektionsrisiko. „Panikmache ist auf keinen Fall angesagt: Legionellen sind fast überall, doch jährlich werden nur rund zehn Infektionsfälle in Südtirol verzeichnet“, so Simeoni. Statistisch gesehen verlaufen zehn bis 15 Prozent von Legionellose-Infektionen tödlich. Einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind neben Personen mit geschwächtem Immunsystem auch Senioren, Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, Diabetiker und Raucher. In der Reschenstraße hat das Hygieneamt am Dienstag zum zweiten Mal Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt.Die erste Erhitzung des Wassers auf über 70 Grad – eine für die Legionellen tödliche Temperatur – hatte nicht ausgereicht. Anfangs lag der Befall nahe am Höchstwert von 10.000 Kolonien auf 100 Milliliter Wasser. Bei 1000 bis 10.000 Kolonien greifen schon die gesetzlich vorgeschriebenen Gegenmaßnahmen. Duschen bleibt den Mietern noch untersagt: In zwei Wochen sollen die aktuellen Laborergebnisse vorliegen. rc/D