Die zunehmende Anzahl sogenannter Quereinsteiger im Schulbetrieb wird schon seit geraumer Zeit von Gewerkschaften und in jüngster Zeit von den beiden Lehrer-Initiativgruppen angeprangert. Team-K-Landtagsabgeordneter Alex Ploner wollte es genau wissen und hat sich über eine Anfrage die Daten besorgt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71901550_quote" /><BR /><BR />Für das laufende Schuljahr hat er keine Zahlen bekommen, wohl aber für das vergangene. Demnach waren im Schuljahr 2024/2025 von insgesamt rund 6.500 Lehrern an deutschen Schulen staatlicher Art 1.200 Quereinsteiger und damit nicht adäquat ausgebildet. An den Landesschulen (Stichtag 30. September 2025) sieht es nicht anders aus. <BR /><BR />Landesrätin Magdalena Amhof listet die Zahlen auf: Fachschulen: 46 Lehrpersonen (30 Vollzeitäquivalente) an Fachschulen und 147 Lehrpersonen (104 Vollzeitäquivalente) an den Berufsschulen mit deutscher Unterrichtssprache, neun Lehrpersonen (4 Vollzeitäquivalente) mit ladinischer Unterrichtssprache sowie 23 Lehrpersonen (15 Vollzeitäquivalente) mit italienischer Unterrichtssprache. <BR /><BR />An Südtirols Musikschulen unterrichten 99 Lehrpersonen (29 Vollzeitäquivalente) mit deutscher Unterrichtssprache, 14 (5,5 Vollzeitäquivalente) mit ladinischer sowie 14 (sieben Vollzeitäquivalente) mit italienischer Unterrichtssprache ohne die entsprechende Ausbildung. In der ladinischen Bildungsdirektion sind es – alle Grund-, Mittel- und Oberschulen zusammengenommen – 134 Lehrpersonen ohne vorgesehene Voraussetzungen. <BR /><BR />„Es wäre wünschenswert, wenn alle Lehrkräfte über die vorgesehene Ausbildung verfügen würden. Einige Quereinsteiger verkraftet die Schule und sie können auch belebend wirken. Doch mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem es zu viele sind“, stellt Nock von der Schulgewerkschaft im ASGB klar. Der Lehrermangel sei derart zugespitzt, dass „wir alles nehmen, sogar schon die ersten Personen ohne Matura“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71901554_quote" /><BR /><BR />Das ist aus ihrer Sicht besorgniserregend, weil einerseits eben die Qualität leide, andererseits aber auch die Wertschätzung in der Gesellschaft, „wenn der Eindruck entsteht, unterrichten kann eh jeder“. Unterschiede würden dabei im Schulsystem nicht gemacht, egal ob mit jahrelanger universitärer Ausbildung oder direkt von der Schulbank, „die Aufgaben sind gleich und auch die Bezahlung“. Die Ausbildungslehrgänge für Quereinsteiger seien da nur ein Tropfen auf den heißen Stein, zumal viele Quereinsteiger den „Job“ von vornherein auch nur vorübergehend machen. <BR /><BR />„Wir stehen vor einer tiefgreifenden Krise im Bildungssystem. Die Landesregierung muss endlich handeln – mit gezielten Reformen, besseren Rahmenbedingungen und verbindlichen Qualifizierungsprogrammen, bevor der Schaden irreversibel wird“, mahnt Ploner.