<BR />Die Sozialpartner geben sich bedeckt, keine Seite will das zarte Pflänzchen Annäherung durch zu viel Gerede riskieren, geht es doch darum, dass beide Seiten – Landesregierung und Lehrerschaft – unbeschadet aus der Patt-Situation herauskommen. So gibt es zwar keinen offiziellen Rückzug vom Protest, einzelne Meldungen über aufgeweichte Protestmaßnahmen – etwa an der FOS Julius und Gilbert Durst in Brixen – aber schon. <BR /><BR />Diesen Eindruck bestätigt auch Bildungslandesrat Philipp Achammer: „Mich erreichen immer wieder Meldungen – auch von Schulführungskräften –, dass die Protestmaßnahmen aufgeweicht werden“, bestätigt der Bildungslandesrat. Dabei sei jedem klar, dass rein aus organisatorischen Gründen nicht mehr alles hochgefahren werden könne. „Aber wir sehen Zeichen guten Willens.<BR /><BR /> Und das sind gute Voraussetzungen, dass wir, nachdem mit Jahresbeginn die dafür reservierten 110 Millionen Euro aktiv sind, im Laufe des Jänner auch mit den Verhandlungen zu den Reallohnerhöhungen starten können“, so Achammer. Vergangene Woche ist es bereits zu einem informellen Austausch mit Gewerkschaftsvertretern gekommen.<h3> In absehbarer Zeit zu höheren Bezügen</h3> Zaghaft optimistisch zeigt sich auch Petra Nock von der Schulgewerkschaft im ASGB: Auch sie deutet die jüngsten informellen Gespräche so, dass die teilweise gelockerten Protestmaßnahmen für die Aufnahme der Verhandlungen ab Jänner reichen könnten. Und dann die Lehrer tatsächlich in absehbarer Zeit zur versprochenen realen Erhöhung ihrer Bezüge kommen.<BR /><BR />Ausgegangen war der Protest bekanntlich von zwei Lehrerinitiativgruppen (und nicht nur aus ökonomischen Gründen), die allerdings keine institutionelle Rolle innehaben – und daher auch nicht Teil der Verhandlungsrunde sind. Andererseits waren die Gewerkschaften nicht die treibende Kraft dahinter, weswegen sie sie auch nicht zurücknehmen können. Das macht die Lage etwas kompliziert.<BR /><BR />Doch ganz unabhängig von Protest und Verhandlungsstopp scheint das reduzierte Ausflugs-, Referenten- und Projektprogramm des heurigen Schuljahrs den Fokus sozusagen als Nebenwirkung auch auf eine andere Frage gelegt zu haben: Was ist zu viel des Guten? „Es gibt zahlreiche Rückmeldungen, dass aktuell ein konzentrierteres Arbeiten möglich ist“, weiß Nock. <BR /><BR />Auch für Achammer könnte es diesbezüglich Lehren aus den Erfahrungen geben: „Wir brauchen eine Standortbestimmung. Vielleicht reichen fünf statt 15 Ausflüge – auch dem Geldbeutel der Eltern zuliebe. Und: Was essenziell wichtig für alle Schüler ist, gehört obligatorisch ins Unterrichtsprogramm aufgenommen.“