„Immer noch nichts“, heißt es von Bildungslandesrätin Sabina Kasslatter Mur auf die Frage, ob es Neuigkeiten für die Supplenten der Mittel- und Oberschulen gebe.„Wir hätten uns erwartet, dass der Bildungsminister noch vor ‚Ferragosto‘ ein Dekret oder ein Einvernehmen unterschreibt. Was es wird, ist uns egal, Hauptsache, wir können anfangen“, so Kasslatter Mur am Freitag gegenüber STOL.„Von unserer Seite ist jedenfalls alles vorbereitet.“„Ich bin sehr guter Hoffnung“Mit Rom beinahe täglich in Kontakt ist Günther Andergassen, Abteilungsdirektor des Amtes für Bildungsförderung, Universität und Forschung.„Es schaut schon ganz gut aus. Ob wir es noch vor ‚Ferragosto‘ schaffen, kann ich Ihnen jetzt aber nicht sagen“, meint er.Er habe allerdings aus Rom erfahren, dass man dabei sei, einen entsprechenden Entwurf zu verfassen. „Dieser sollte die Grundlage dafür sein, dass wir im Herbst mit dem unterrichtsbefähigenden Kurs starten können.“Andergassen erklärt: „Ich bin sehr guter Hoffnung. Unterschrieben ist aber noch nichts.“Mit seiner Ansprechpartnerin habe er vereinbart: „Am 15. ist dieses Dekret unterschrieben. Und ich hätte gerne, dass wir uns daran halten. Ob wir das schaffen, hängt jetzt nicht von uns ab.“Eventueller Start erst nach Beginn des SchuljahresDie Universität in Südtirol wäre für den Start der Ausbildung vorbereitet.Allerdings: Auch wenn Südtirol die Genehmigung zum einjährigen unterrichtsbefähigenden Kurs (UBK bzw. TFA - „Tirocinio Formativo Attivo“) noch in diesen Tagen bekommt, kann dieser nicht mehr, wie von Kasslatter Mur gewünscht, gleichzeitig mit Schulbeginn starten.„Ich hätte nicht gewollt, dass wir ins Schuljahr hineinkommen. Doch das scheint jetzt unvermeidlich zu sein“, bedauert die Landesrätin.Es seien nämlich technische Zeiten einzuhalten: Zuerst die Ausschreibung, dann müsste eine Zeit für die Einschreibungen vergehen und danach erst komme es zu den Aufnahmeprüfungen, schildert Kasslatter Mur. „Dadurch wird es nicht möglich sein, dass die Aufnahmeprüfungen noch vor Schulbeginn stattfinden.“Wenn das UBK nun später beginne, werde man – vor allem jenen Großteil der Interessierten, der die Ausbildung berufsbegleitend macht – viel in die Ferienzeit hineinlegen müssen. „Ich möchte nämlich, dass die Kontinuität an der Schule so wenig als möglich darunter leidet.“ Dies sei eine Organisationsfrage.„In meinen Augen aber immer noch besser, als darauf zu verzichten oder das Ganze noch einmal hinauszuschieben.“Aufnahmeprüfungen evtl. im NovemberGibt es in den kommenden Tagen positive Nachrichten aus Rom, könnte das UBK noch im August ausgeschrieben werden. Die Aufnahmeprüfungen für den Kurs würden dann im November stattfinden.„Die Auswertung der Prüfungen dürfte danach relativ schnell gehen“, meint Günther Andergassen. So könnte noch in diesem Jahr mit dem UBK gestartet werden.Wettbewerbe als NotlösungSollten alle Stricke reißen, hat Kasslatter Mur eine andere Lösung parat: „Ich habe immer gesagt: Wenn es heuer nicht gelingt, wird das Schuljahr nächstes Jahr Wettbewerbe planen. Dabei bleibt es.“ (Siehe auch STOL-Bericht vom 4. Juni).Denn: „Länger kann man die Supplenten nicht auf die Folter spannen.“Allerdings müsse auch, um Wettbewerbe zu starten, mit Rom verhandelt werden.In Südtirol gibt es rund 900 Supplenten, die auf eine definitive Eintragung in die Ranglisten bzw. auf eine Stammrolle warten – manche von ihnen bereits seit mehr als zehn Jahren.Barbara Raich